100.000 Euro Strafe für Meta: Warum falsche Behauptungen über Soldaten zu lange online blieben
Lukas Franke100.000 Euro Strafe für Meta: Warum falsche Behauptungen über Soldaten zu lange online blieben
Meta zu 100.000 Euro Strafe verurteilt: Verzögerte Löschung falscher Behauptungen über Soldaten in Gaza
Ein deutsches Gericht hat Meta zu einer Strafe von 100.000 Euro verurteilt, weil das Unternehmen falsche Beiträge über einen in Gaza stationierten Soldaten nicht rechtzeitig entfernte. Das Landgericht Frankfurt entschied, dass der Konzern einen Löschbefehl bis zu 17 Tage lang ignorierte – trotz eindeutiger rechtlicher Warnungen.
Der Fall nahm seinen Anfang, als diffamierende Aussagen über den Soldaten auf Facebook veröffentlicht wurden. Am 23. März 2026 ordnete das Gericht an, die Beiträge umgehend zu löschen, und drohte bei Zuwiderhandlung finanzielle Sanktionen an. Meta reagierte jedoch nicht, woraufhin der Soldat am 8. April die Verhängung eines Ordnungsgelds beantragte.
Erst am 8. und 10. April wurden die Inhalte schließlich gelöscht. Das Gericht wertete die Verzögerung jedoch als inakzeptabel. Die Richter hielten Metas Begründungen für die Verzögerung für wenig überzeugend und stellten systemische Versäumnisse bei der Bearbeitung solcher Fälle fest. Besonders schwerwiegend sei, so das Gericht, dass die falschen Vorwürfe den Ruf des Soldaten nachhaltig schädigten – was die Untätigkeit des Unternehmens noch gravierender mache.
Am 28. Mai 2026 verhängte das Gericht schließlich die Strafe in Höhe von 100.000 Euro. Es begründete die Entscheidung damit, dass Metas wiederholte Missachtung gerichtlicher Anordnungen eine empfindliche Geldbuße rechtfertige – insbesondere angesichts der durch die rechtswidrigen Inhalte verursachten Schäden.
Das Urteil unterstreicht die Konsequenzen für Plattformen, die gerichtlich angeordnete Löschungen nicht zügig umsetzen. Meta muss die Strafe nun zahlen; die Entscheidung macht deutlich, welche rechtlichen Risiken mit der Ignorierung von Löschanordnungen verbunden sind. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie schwerwiegend die Auswirkungen von Online-Falschbehauptungen auf den Ruf Betroffener sein können.






