39 mexikanische Stipendiaten im UK ohne Geld – wer trägt die Schuld?
Ein erbitterter Streit zwischen dem mexikanischen Nationalen Polytechnischen Institut (IPN) und der Polytechnischen Stiftung hat 39 mexikanische Stipendiaten im Vereinigten Königreich ohne finanzielle Unterstützung zurückgelassen. Seit März 2026 erhalten sie keine Zuschüsse mehr für Miete oder Lebenshaltungskosten – eine eskalierende Krise, fern der Heimat.
Der Konflikt spitzte sich im April 2026 öffentlich zu, als das IPN bekannt gab, die Zusammenarbeit mit der Stiftung bereits Monate zuvor beendet zu haben. Beide Seiten werfen sich nun gegenseitig Fehlverhalten vor, während die Studierenden zwischen den Fronten leiden.
Hinter den Kulissen begann die Krise bereits Mitte 2025: Am 11. Juli jenes Jahres beendete das IPN offiziell die Partnerschaft mit der Polytechnischen Stiftung. Bis Dezember 2025 hatte die Stiftung sowohl strafrechtliche als auch zivilrechtliche Beschwerden gegen den IPN-Generaldirektor Arturo Reyes Sandoval eingereicht. Die Vorwürfe umfassten Untreue, Einflussnahme und Amtsmissbrauch.
Die Stiftung warf Reyes Sandoval vor, einen illegalen Machtwechsel in der Organisation anzustreben und Gelder der Studierenden zu veruntreuen. Das IPN konterte, die Stiftung halte vorsätzlich die Stipendienzahlungen zurück – ihr Weigerung, die Mittel freizugeben, habe die Studierenden ohne Unterstützung zurückgelassen. Die monatliche Förderung von etwa 880 Pfund – plus 40 Pfund für Transport – lag ohnehin bereits unter dem in Großbritannien empfohlenen Mindestbetrag für internationale Studierende.
Für die Betroffenen sind die Folgen unmittelbar spürbar. Mónica Calderón, eine 28-jährige Bioingenieurwissenschafts-Doktorandin an der Queen Mary University of London, verlor ihre Förderung am 23. März 2026. Da britische Einwanderungsregeln eine Vollzeitbeschäftigung verbieten, haben die Studierenden kaum Möglichkeiten, Miete oder Grundbedürfnisse zu decken.
Am 30. April kündigte Reyes Sandoval ein virtuelles Treffen mit Vertretern der Queen Mary University an, um nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen. Doch ohne Lösung in Sicht bleiben die Studierenden in der Schwebe – ihr Studium und Alltag durch einen Konflikt gestört, den sie nicht zu verantworten haben.
Die finanzielle Blockade dauert nun bereits über einen Monat an und lässt Studierende wie Calderón ohne Einkommen in einer der teuersten Städte der Welt zurück. Während IPN und Stiftung sich weiterhin gegenseitig beschuldigen, zeichnet sich kein klarer Weg zur Wiederherstellung der Stipendien ab. Für die 39 Betroffenen geht das Warten auf Antworten – und auf Geld – weiter.






