30 March 2026, 16:11

Anna Netrebkos umkämpfte Rückkehr an die Berliner Staatsoper mit Protesten und Ovationen

Offenes Buch mit dem Titel 'Die Lieblingslieder in der Oper' mit Noten und Text.

Anna Netrebkos umkämpfte Rückkehr an die Berliner Staatsoper mit Protesten und Ovationen

Premiere mit Protesten: Anna Netrebkos Rückkehr an die Berliner Staatsoper

An der Staatsoper Unter den Linden in Berlin feierte am vergangenen Wochenende eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere. Der Star des Abends, die Sopranistin Anna Netrebko, stand als Amelia in Verdis Oper auf der Bühne. Vor dem Opernhaus kam es jedoch zu Protesten wegen ihrer angeblichen Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin.

Der Abend bot ein eindrucksvolles Kontrastbild: Drinnen begrüßte das Publikum Netrebko mit stehenden Ovationen, während draußen Demonstranten ukrainische Flaggen schwenkten und Parolen skandierten. Rund 50 Protestierende hatten sich vor der Vorstellung versammelt, hielten Schilder hoch und riefen Sprüche wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" oder "Russland ist ein Terrorstaat". Die Kundgebung spiegelte die anhaltende Debatte in Deutschland über Künstler wider, denen Nähe zur russischen Regierung nachgesagt wird.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, steht seit Jahren in der Kritik. 2021 feierte sie ihren 50. Geburtstag mit einer Veranstaltung im Moskauer Kreml – ein Auftritt, der zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich zog. Doch laut Intendantin Elisabeth Sobotka habe sich die Sängerin seitdem von Russland distanziert und sei nicht dorthin zurückgekehrt.

Die Premiere markierte Netrebkos Rückkehr an die Staatsoper nach mehreren Jahren Abwesenheit. Ihre letzten Auftritte in Berlin umfassten Konzerte beim Classic Open Air sowie frühere Produktionen im selben Opernhaus. Auch ihre für März 2026 geplanten Nabucco-Vorstellungen in Wien zogen sowohl Proteste als auch ausverkaufte Häuser nach sich.

Die Inszenierung von Un ballo in maschera ist Teil des Festprogramms der Staatsoper. Trotz der Kontroversen bleibt Netrebko eine große Attraktion für Opernfreunde – ihre nächste Verdi-Rolle ist für den 30. März 2026 angesetzt.

Die Premiere unterstrich die Kluft zwischen Netrebkos künstlerischer Anerkennung und den politischen Vorwürfen, mit denen sie konfrontiert wird. Während Protestierende ihre Auftritte weiterhin infrage stellen, verzeichnen Opernhäuser starke Ticketnachfrage und begeistertes Publikum. Die Diskussion um ihre Auftritte wird vorerst nicht abebben, während sie sich auf künftige Rollen vorbereitet.

Quelle