25 March 2026, 12:06

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Studie enthüllt dramatischen Rückgang

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit Reportern vor dem Kanzleramt in Berlin, umgeben von Menschen mit Mikrofonen und Gebäuden im Hintergrund.

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Studie enthüllt dramatischen Rückgang

Eine neue Analyse übt scharfe Kritik an den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF, weil diese in ihren Talkshows wirtschaftspolitische Themen zunehmend vernachlässigen. Die von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) durchgeführte Studie zeigt, dass 2025 nur noch jede fünfte Sendung wirtschaftliche Fragestellungen behandelte – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Der Geschäftsführer der Initiative warf den Sendern vor, ihrer Pflicht zu einer ausgewogenen Berichterstattung in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs nicht nachzukommen.

Die INSM untersuchte 284 Folgen beliebter Talkformate, darunter Sendungen mit Markus Lanz, Caren Miosga, Maybrit Illner sowie die Formate hart aber fair und Maischberger, die zwischen 2021 und 2024 ausgestrahlt wurden. Die Ergebnisse belegen einen klaren Rückgang: Während wirtschaftliche Themen 2023 noch 33 Prozent der Diskussionen ausmachten, sank ihr Anteil 2025 auf nur noch 20 Prozent.

Die Gästezusammensetzung war dabei stark einseitig: Politiker waren mit 41 Prozent vertreten, Journalisten mit 27 Prozent und Ökonomen mit 14 Prozent. Unternehmer kamen lediglich in fünf Prozent der Sendungen zu Wort, Vertreter der Industrie sogar nur in zwei Prozent. In fast einem Drittel der Folgen mit wirtschaftlichem Schwerpunkt war überhaupt kein Vertreter aus der Wirtschaft eingeladen.

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Thorsten Alsleben, Geschäftsführer der INSM, kritisierte, dass die Sender es versäumten, eine vielfältige Perspektiven abzubilden. Er hob hervor, dass hart aber fair als einziges Format konsequent wirtschaftliche Stimmen einband und 39 Prozent seiner Sendungen wirtschaftlichen Themen widmete. Demgegenüber verzichtete Maischberger in 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Diskussionen vollständig auf Vertreter aus der Wirtschaft.

Alsleben forderte dringende Reformen und betonte, dass Unternehmer eine stärkere Plattform erhalten müssten. Ohne ihre Einbindung erhielten die Zuschauer seiner Meinung nach keine wesentlichen Einblicke in die Herausforderungen der Wirtschaft.

Der Bericht verdeutlicht eine wachsende Kluft zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und der wirtschaftlichen Realität. Angesichts rückläufiger Debatten über Wirtschaftsthemen und der geringen Repräsentation von Industrievertretern warnt die INSM vor einem verzerrten Bild für die Zuschauer. Die Sender haben sich zu den Erkenntnissen der Studie bisher nicht geäußert.

Quelle