BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und kämpft gegen steigende Ölpreise und Lieferketten-Krisen
Amelie WeberBP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und kämpft gegen steigende Ölpreise und Lieferketten-Krisen
BP beschleunigt seine interne Umstrukturierung, während die globalen Ölpreise stark anziehen. Gleichzeitig hat das Unternehmen den Verkauf einer großen Raffinerie in Deutschland bekannt gegeben – ein Schritt, der die Kosten senken und die Schuldenlast verringern soll. Unterdessen haben sich die Spannungen in einer wichtigen Schifffahrtsroute verschärft und den Ölpreis auf fast 112 Dollar pro Barrel getrieben.
Die Ölmärkte geraten zunehmend unter Druck, nachdem schwere Blockaden in der Straße von Hormus fast 20 Prozent der globalen Öl- und Flüssiggas( LNG)-Lieferungen lahmgelegt haben. Als Folge kletterte der Preis für Brent-Öl auf etwa 112 Dollar pro Barrel. Die US-Regierung reagierte mit einer 60-tägigen Aussetzung des Jones Act, die es ausländischen Schiffen erlaubt, Waren zwischen US-Häfen zu transportieren und so die Lieferketten zu entlasten.
BP formt seine Geschäftsaktivitäten um, um die Finanzlage zu stärken. Erst kürzlich einigte sich der Konzern auf den Verkauf seiner Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Die Transaktion, die rund 1.800 Mitarbeiter und eine jährliche Verarbeitungskapazität von 12 Millionen Tonnen umfasst, könnte BP von Verbindlichkeiten in Höhe von bis zu 1,7 Milliarden Dollar entlasten. Nach diesem Schritt stuft die HSBC die BP-Aktie von "Reduzieren" auf "Halten" hoch und erhöhte das Kursziel.
Gleichzeitig treibt das Unternehmen seine Sparmaßnahmen voran. BP hat sein Ziel für strukturelle Kostensenkungen bis 2027 auf 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar angehoben. Bisher hat es Desinvestitionen im Wert von über 11 Milliarden Dollar von einem geplanten Volumen von 20 Milliarden Dollar angekündigt oder abgeschlossen. Allerdings kommt es an der Whiting-Raffinerie in Indiana zu Arbeitskonflikten: Nach gescheiterten Tarifverhandlungen wurden rund 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte ausgeschlossen. Die Unternehmensführung betont jedoch, dass es voraussichtlich keine größeren Produktionsausfälle geben werde.
Die jüngsten Verkäufe und Umstrukturierungsmaßnahmen von BP erfolgen vor dem Hintergrund weiterhin volatiler Ölpreise. Der Verkauf der deutschen Raffinerie und die laufenden Sparbemühungen zielen darauf ab, die zukünftige Liquidität zu sichern und die Bilanz zu stabilisieren. Mit fast der Hälfte des Desinvestitionsziels bereits erreicht, passt der Konzern seine Aktivitäten weiter an die herausfordernden Marktbedingungen an.






