23 May 2026, 22:07

Bundesregierung verlängert umstrittenen Microsoft-Vertrag bis 2027 trotz Kritik und steigender Kosten

Regierung setzt weiter auf Microsoft

Bundesregierung verlängert umstrittenen Microsoft-Vertrag bis 2027 trotz Kritik und steigender Kosten

Die deutsche Bundesregierung hat den Microsoft-Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert und damit die Vereinbarung bis zum 30. Juni 2027 in Kraft belassen. Die Entscheidung fällt trotz steigender Kosten und Kritik aus den Reihen der Opposition, die bemängelt, dass damit die Abhängigkeit von US-Technologieanbietern weiter vertieft werde.

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Der ursprünglich bis Juni 2026 gültige Rahmenvertrag wird nun unter unveränderten Bedingungen fortgeführt. Das bedeutet, dass Behörden und fördermittelgeförderte Organisationen Microsoft-Produkte weiterhin ohne Verpflichtungen nutzen können. Ab Juli 2026 werden jedoch die Preise für die Microsoft-365-Bürosoftware um bis zu 13 Prozent steigen.

Allein im Jahr 2022 gaben Bundesbehörden und Empfänger von Fördermitteln fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Dienste aus. Die Gesamtausgaben für US-Technologieunternehmen bleiben unklar, da die Zahlen von Landes- und Kommunalverwaltungen sowie großer Unternehmen nicht erfasst sind.

Kritiker wie Rebecca Lenhard, die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, haben die Verlängerung scharf verurteilt. Sie argumentiert, die Regierung habe die Chance verpasst, sich von US-Anbietern zu lösen und langfristig Kosten zu sparen. Unterdessen hat Frankreich bereits Fortschritte bei der Umstellung seines öffentlichen Sektors auf alternative Softwarelösungen gemacht.

Behörden und Unternehmen ohne Ausweichstrategien müssen nun die höheren Ausgaben tragen. Zwar ermöglicht die Flexibilität des Vertrags den Wechsel zu anderen Anbietern, doch wurden bisher keine konkreten Änderungen angekündigt.

Der verlängerte Vertrag sichert Microsoft bis Mitte 2027 seine Position als zentraler Lieferant für die deutsche öffentliche Verwaltung. Angesichts der bevorstehenden Preiserhöhungen stehen die Behörden vor höheren Kosten – es sei denn, sie steigen auf andere Anbieter um. Die Entscheidung der Regierung unterstreicht die anhaltende Debatte über digitale Souveränität und die Abhängigkeit von ausländischen Technologiekonzernen.

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