19 April 2026, 12:06

Bundesregierung will Windkraft auch in windschwachen Regionen ausbauen – trotz hoher Kosten

Liniendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Bundesregierung will Windkraft auch in windschwachen Regionen ausbauen – trotz hoher Kosten

Bundesumweltminister Carsten Schneider hat Pläne vorgestellt, die Windkraft auch in die windschwächsten Regionen Deutschlands auszuweiten. Mit dieser Initiative soll die Energieerzeugung im Land ausgeglichener verteilt und die Abhängigkeit vom windreichen Norden verringert werden. Milliarden an Subventionen sollen den Bau neuer Windräder in Gebieten fördern, in denen die Windgeschwindigkeiten deutlich geringer sind.

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Süddeutschland hat seit langem Schwierigkeiten, mit der Windstromproduktion des Nordens mitzuhalten. Bayern etwa weist einen durchschnittlichen Windertrag von nur 55 Prozent auf, wobei fast 80 Prozent der Anlagen in windschwachen Zonen stehen. Dieses Ungleichgewicht belastet die Region bereits seit Jahren.

Das neue Förderprogramm der Bundesregierung sieht den Ausbau von 12 Gigawatt Windkraft durch Ausschreibungen vor. Schneiders Plan beinhaltet höhere finanzielle Unterstützung für windschwache Gebiete, finanziert über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Das Referenzertragsmodell wird angepasst, um die geringeren Windbedingungen auszugleichen.

Die hohen Stromkosten belasten die deutsche Industrie bereits stark: Energieintensive Unternehmen zahlen 2024 mit 10,5 Cent pro Kilowattstunde die höchsten Preise Europas. Der Ausbau der Windkraft in weniger effizienten Regionen könnte die Kosten weiter in die Höhe treiben. Dennoch argumentiert Schneider, dass eine bundesweite Verteilung der Windräder eine Überkonzentration im Norden verhindere und die Energiesicherheit stärke.

Das Programm wird Milliardeninvestitionen in Windparks lenken, die in den windärmsten Gebieten liegen. Betreiber in diesen Regionen erhalten zusätzliche Subventionen, um die Projekte wirtschaftlich tragfähig zu machen. Sollte der Plan gelingen, könnte er die deutsche Windenergielandschaft grundlegend verändern – und gleichzeitig die Grenzen einer kosteneffizienten Erneuerbaren-Expansion ausloten.

Quelle