17 February 2026, 08:05

Digitaler Euro: Wie die EZB Europas finanzielle Souveränität sichern will

Ein Kreisdiagramm auf einem weißen Hintergrund, das die Marktkapitalisierungen verschiedener Kryptowährungen im Jahr 2016 zeigt, darunter Bitcoin, Ethereum und Litecoin, mit begleitendem Text, der die Kapitalisierungen erläutert.

Digitaler Euro: Wie die EZB Europas finanzielle Souveränität sichern will

Die Europäische Zentralbank (EZB) und nationale Behörden treiben die Pläne für einen digitalen Euro weiter voran. Joachim Nagel, Präsident der deutschen Bundesbank, unterstützt das Vorhaben als Mittel, um die finanzielle Unabhängigkeit Europas zu stärken. Seine Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die Aufsichtsbehörden die Regeln für private Stablecoins verschärfen und neue Zahlungstechnologien erkunden.

Eine Großhandelsvariante des digitalen Euro könnte es Banken zudem ermöglichen, "programmierbare Zahlungen" mit Zentralbankgeld abzuwickeln. Mit diesem Schritt soll die Abhängigkeit von ausländischen Währungen und privaten digitalen Vermögenswerten in der Region verringert werden.

Die EU entwickelt den digitalen Euro als erstes europaweites Einzelhandelszahlungssystem. Im Gegensatz zu privaten Stablecoins würde er auf europäischer Infrastruktur betrieben und direkt von der EZB gestützt. Nagel hat wiederholt davor gewarnt, dass eine wachsende Dominanz von an den US-Dollar gebundenen Stablecoins die europäische Geldpolitik und Souveränität untergraben könnte.

Um dieses Risiko einzudämmen, hat die EZB im Rahmen der Verordnung über Märkte für Krypto-Vermögenswerte (MiCA), die im Dezember 2023 in Kraft trat, strengere Regelungen eingeführt. Diese schreiben Stablecoin-Emittenten vor, ausreichende Reserven vorzuhalten und Rückgaberechte zu garantieren. Gleichzeitig treibt die EZB das Projekt des digitalen Euro voran; mit regulatorischen Pilotphasen ist zwischen 2025 und 2026 zu rechnen.

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Nagel erkennt die Vorteile von Stablecoins für grenzüberschreitende Transaktionen an, insbesondere für solche in Euro. Sein zufolge könnten sie die Kosten senken und die Effizienz für Unternehmen und Verbraucher steigern. Unklar bleibt jedoch, wie diese Vermögenswerte in den bestehenden Rechtsrahmen der EU eingebunden oder mit dem digitalen Euro interagieren würden.

Die Bundesbank hat bereits eine Großhandelsvariante einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) getestet. Diese Version würde es Finanzinstituten ermöglichen, automatisierte, bedingte Zahlungen mit Zentralbankgeld auszuführen. Eine solche Technologie könnte komplexe Transaktionen vereinfachen und gleichzeitig die Aufsicht innerhalb des Finanzsystems der Eurozone wahren.

Das Projekt des digitalen Euro schreitet weiter voran, während die Regulierungsbehörden nach Alternativen zu privaten Stablecoins suchen. Strengere Vorschriften im Rahmen von MiCA und laufende Pilotprojekte spiegeln die Bemühungen wider, die geldpolitische Autonomie Europas zu sichern. Bei einer Einführung würde der digitale Euro zur ersten EU-weiten Einzelhandelszahlungslösung, die vollständig auf europäischer Infrastruktur basiert.