"Ein Tag ohne uns": Wie Mexikos Frauen mit Abwesenheit protestieren
Ein Tag ohne uns: Mexikos landesweiter Frauenprotest
Am 9. März 2020 fand in Mexiko erstmals der landesweite Protest Un día sin nosotras (Ein Tag ohne uns) statt. Die von feministischen Gruppen initiierte Kampagne sollte die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von Frauen hervorheben und gleichzeitig geschlechtsspezifische Gewalt anprangern. Die Organisatorinnen riefen Frauen dazu auf, sich für einen Tag aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen, um zu zeigen, wie das Land ohne sie aussehen würde.
Der Streik begann als Basisbewegung: Frauen blieben der Arbeit, der Schule und dem Einkaufen fern, um tief verwurzelte Ungleichheiten offenzulegen. Die Teilnehmerinnen wurden zudem aufgefordert, auf soziale Medien und öffentliche Räume zu verzichten, sodass ihre Abwesenheit in allen gesellschaftlichen Bereichen spürbar wurde. Die Aktion berief sich auf Artikel 4 der mexikanischen Verfassung, der die Gleichberechtigung der Geschlechter sowie das Recht auf ein Leben frei von Gewalt garantiert.
Emmanuel Reyes Carmona, Senator der regierenden Morena-Partei, bezeichnete die Initiative als friedliche, aber wirkungsvolle Form des Protests gegen strukturelle Diskriminierung. Durch den Entzug ihrer Arbeitskraft und gesellschaftlichen Teilhabe wollten Frauen ihre unverzichtbare Rolle in Wirtschaft, Politik und Kultur demonstrieren. Der Protest zog schnell internationale Aufmerksamkeit auf sich und inspirierte ähnliche Aktionen über Mexikos Grenzen hinaus.
Die Kampagne setzt auf den freiwilligen Rückzug aus dem Alltag, um die Leistungen von Frauen sichtbar zu machen. Gleichzeitig ist sie ein direkter Appell, die Gewalt und Ungerechtigkeit in der mexikanischen Gesellschaft zu bekämpfen. Seit ihrem Start wächst die Bewegung stetig weiter und fördert breitere Debatten über Geschlechterrechte und soziale Gerechtigkeit.






