Gebrauchtwagenpreise sinken leicht – doch der Markt bleibt stabil auf hohem Niveau
Lukas FrankeGebrauchtwagenpreise sinken leicht – doch der Markt bleibt stabil auf hohem Niveau
Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland hat in den vergangenen Jahren starke Preisschwankungen erlebt. Zwischen 2021 und 2022 stiegen die Durchschnittspreise um fast 19 Prozent – angetrieben durch Lieferkettenstörungen und eine hohe Nachfrage. Anfang 2025 haben sich die Preise zwar leicht entspannt, doch der Markt bleibt stabil auf hohem Niveau.
Die Turbulenzen begannen Anfang 2020, als Halbleiterhersteller ihre Produktion aus dem Automobilsektor abzogen. Stattdessen priorisierten die Fabriken Konsumelektronik und IT, was bei den Autokonzernen zu einem kritischen Mangel führte. Die darauffolgende Chipkrise zwang die Hersteller zu weitreichenden Produktionsstopps, wodurch sich die Lieferzeiten für Neuwagen auf sechs bis achtzehn Monate verlängerten.
Da weniger Neuwagen verfügbar waren, wandten sich Käufer vermehrt dem Gebrauchtmarkt zu. Die Nachfrage explodierte, und bis 2024 stiegen die Fahrzeugübertragungen um 7,4 Prozent auf etwa 6,48 Millionen Einheiten. Besonders gefragt waren SUVs wie der VW Tiguan, der BMW X1 und der Audi Q3, die ihren Wert hielten oder sogar steigerten. Noch heute verbringen gebrauchte Autos im Schnitt nur 57 Tage auf dem Hof eines Händlers – deutlich schneller als vor der Pandemie.
Die Preise erreichten 2023 mit rund 29.200 Euro ihren Höhepunkt, bevor sie Anfang 2025 auf etwa 27.800 Euro sanken. Auch bei Elektroautos zeigen sich bemerkenswerte Trends: Drei Jahre alte Batterie-Elektrofahrzeuge behalten etwa 50 Prozent ihres ursprünglichen Werts. Experten prognostizieren nun einen moderaten Rückgang der Gebrauchtwagenpreise bis 2026, doch die Nachfrage dürfte stabil bleiben.
Der Gebrauchtwagenmarkt hat sich nach Jahren der Volatilität stabilisiert. Zwar sind die Preise von ihren Höchstständen 2023 gesunken, doch die Nachfrage bleibt kräftig, und bestimmte Modelle behalten ihren Wert gut. Analysten erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine schrittweise Entspannung der Preise – einen drastischen Einbruch gibt es jedoch vorerst nicht zu befürchten.






