Glasfaser-Branche setzt auf offene Netze – mehr Wettbewerb durch geteilte Infrastruktur
Lukas FrankeGlasfaser-Branche setzt auf offene Netze – mehr Wettbewerb durch geteilte Infrastruktur
Offene Netze prägen die Zukunft der Glasfaser-Branche in Deutschland
Immer mehr Unternehmen teilen ihre Netze mit Konkurrenten, um die steigende Nachfrage zu bedienen. Eine neue Welle von Vereinbarungen und Regulierungen treibt diesen Wandel voran.
Erst kürzlich hat Deutsche GigaNetz Kooperationen mit dem schwedischen Internetdienstanbieter Bahnhof und Westconnect geschlossen. Durch diese Partnerschaften können mehrere Anbieter dieselbe Glasfaser-Infrastruktur nutzen. Gleichzeitig bereitet Plusnet vor, seine Dienste über die Netze von OXG anzubieten.
Die Branche hat zudem S/PRI eingeführt, eine standardisierte Schnittstelle, die den reibungslosen Zusammenschluss verschiedener Glasfasernetze ermöglicht. Dieser technische Schritt fördert den offenen Zugang und stärkt den Wettbewerb.
Auch die Regulierungsbehörden werden aktiv: Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat im Entwurf des Telekommunikationsgesetzes (TKG) eine Regelung vorgeschlagen, die Netzbetreiber zu Verhandlungen über den Zugang zu ihren Glasfasernetzen verpflichtet. Sollte der Entwurf verabschiedet werden, müssten Anbieter mit Dritten über Nutzungsbedingungen verhandeln.
Die Nachfrage nach mehr Auswahl ist deutlich: 83 Prozent der Kunden von 1&1 Versatel wünschen sich die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln. Als Reaktion darauf plant Stadtwerke Neustadt am Rübenberge, sein Glasfasernetz ab 2030/2031 für externe Unternehmen zu öffnen.
Mit fast 300 Netzbetreibern, die derzeit in Deutschland den Glasfaserausbau vorantreiben, gewinnt die Bewegung für offenen Netzzugang an Fahrt. Die Entwicklung verändert die Funktionsweise der Glasfaser-Infrastruktur in Deutschland grundlegend: Immer mehr Anbieter teilen ihre Netze, während Regulierer und Verbraucher den Trend vorantreiben. Langfristig könnte dies zu einem größeren Dienstleistungsangebot und mehr Wettbewerb führen.






