Grüner Wirtschaftsflügel fordert Vermögenssteuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Lukas FrankeGrüner Wirtschaftsflügel fordert Vermögenssteuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Karl Haeusgen, Co-Vorsitzender des Wirtschaftsflügels der Grünen, hat eine neue Vermögenssteuer für Deutschlands Superreiche vorgeschlagen. Der Plan sieht eine Mindestabgabe auf Vermögen von über 100 Millionen Euro vor. Haeusgen argumentiert, dass dieser Schritt den sozialen Zusammenhalt stärken und gleichzeitig Kürzungen bei anderen Sozialleistungen ausgleichen würde.
Haeusgen übernahm seine aktuelle Position Mitte 2025 und teilt sich die Führung des Wirtschaftsverbandes der Grünen mit Marie-Luise Wolff. Zuvor leitete er von 2020 bis 2024 den konservativen Verband der Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA). Sein Werdegang umfasst auch die Mitinhaberschaft eines mittelständischen Unternehmens mit einem Umsatz von rund 500 Millionen Euro – eine Position, die ihn selbst in den Anwendungsbereich der Steuer rücken könnte.
Die geplante Abgabe würde jährlich etwa 2 Prozent auf große Vermögen erheben. Haeusgen betonte, dass selbst bei einem Vermögenswachstum von bis zu 6 Prozent pro Jahr das Stammvermögen erhalten bliebe. Um die Akzeptanz zu fördern, schlug er vor, dass Steuerzahler inländische Kapitalertrags- und Einkommensteuern mit der Vermögensabgabe verrechnen könnten.
Sein Vorstoß geht über die Steuerpolitik hinaus. Haeusgen kritisierte die Regierungshandhabung der steigenden Spritpreise und bezeichnete die Senkung der Mineralölsteuer als "planlose Hilfsmaßnahme". Die Vermögenssteuer, so seine Argumentation, würde gezieltere Unterstützung bieten und zugleich enttäuschte Wähler der Freien Demokratischen Partei (FDP) sowie umweltbewusste Unternehmer ansprechen.
Das Vorhaben richtet sich an die vermögendsten Bürger Deutschlands. Haeusgen präsentiert es als Möglichkeit, soziale Programme zu finanzieren, ohne das Kapital zu schwächen. Als Wirtschaftsführer und potenziell Betroffener verleiht seine Position der Debatte zusätzliches Gewicht. Der Plan steht nun zur weiteren politischen Diskussion an.






