Hamburgs großer Protest gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe
Amelie WeberDemonstration in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt - Hamburgs großer Protest gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe
Große Demonstration gegen sexualisierte Gewalt am 26. März in Hamburg
Am 26. März findet in Hamburg eine große Protestkundgebung gegen sexualisierte Gewalt statt. Organisiert wird die Veranstaltung von der SPD-Politikerin Annika Urbanski. Anlass ist der aktuelle Vorwurf der Schauspielerin Collien Fernandes gegen den Schauspieler Christian Ulmen. Prominente Unterstützerinnen wie die Klimaaktivistin Luisa Neubauer stehen hinter der Aktion unter dem Motto "Schluss jetzt!".
Die Kundgebung beginnt um 17:30 Uhr am Rathausmarkt. Fernandes wirft Ulmen vor, mit KI-generierten Deepfake-Pornografien – von ihr als "virtuelle Vergewaltigung" bezeichnet – gegen sie vorgegangen zu sein. Der Fall hat bundesweit eine Debatte ausgelöst und das Thema digitale Gewalt auf die politische Agenda Deutschlands katapultiert.
Bis zum 21. März 2026 legte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig einen Entwurf für ein "Deepfake-Gesetz" vor, um rechtliche Lücken bei nicht einvernehmlich verbreiteten Inhalten zu schließen. Der Gesetzentwurf sieht schärfere Strafen und eine Pflicht zur Online-Identifizierung vor – angelehnt an Regelungen in Spanien, Australien und Großbritannien.
Unterdessen kündigte Ulmens Anwalt Christian Schertz an, gegen Medienhäuser klagen zu wollen. Die Berichterstattung bezeichnete er als "weitgehend unzulässige Verdachtsberichterstattung" und warf Journalisten vor, den Ruf seines Mandanten zu schädigen.
Die Organisatorinnen der Demonstration fordern besseren Schutz für Betroffene und konkrete Konsequenzen für Täter. Ähnliche Proteste gab es bereits in anderen deutschen Städten – ein Zeichen für die wachsende öffentliche Solidarität mit Opfern sexualisierter Gewalt.
Die Hamburger Kundgebung spiegelt die breitere Forderung nach rechtlichen Reformen und mehr Verantwortung wider. Angesichts des politischen Schwungs könnte das geplante "Deepfake-Gesetz" bald die Art und Weise verändern, wie Deutschland mit digitalem Missbrauch umgeht. Gleichzeitig unterstreicht der Protest die anhaltende Solidarität mit denen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind.






