Historischer Wandel: FAZ bekommt erste weibliche Mitverlegerin und rückt nach links
Lukas FrankeHistorischer Wandel: FAZ bekommt erste weibliche Mitverlegerin und rückt nach links
Helene Bubrowski wird als erste Frau in den Herausgeberrat der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) als Mitverlegerin eintreten. Ihre Ernennung, die zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt, markiert einen weiteren Schritt in der Entwicklung der Zeitung hin zu einer stärker linksliberalen Ausrichtung – einen Wandel, den Beobachter als VerTAZung bezeichnen.
Bubrowski arbeitet seit Jahren für die FAZ, zunächst als politische Redakteurin und später als Berlin-Korrespondentin. Sie berichtete über Rechtspolitik und die Grünen, deren Aufstieg sie oft als Prozess der „Professionalisierung“ und „Reifung“ darstellte. Ihre wohlwollende Berichterstattung über die Partei passt zur neuen redaktionellen Linie der FAZ.
Ihre Berufung folgt einer breiteren ideologischen Neuausrichtung, die nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014 begann. Gemeinsam mit Carsten Knop bildet sie nun eine „Modernisierer“-Mehrheit im Herausgeberrat und prägt so das Profil der einst führenden konservativen Zeitung Deutschlands neu. Zu Bubrowskis Referenzen zählt der Theodor-Wolff-Preis, den sie für ihren FAZ-Essay Warum den Deutschen ein bisschen mehr Optimismus guttun würde erhielt.
Der FAZ-Herausgeberrat funktioniert nach einem kollegialen Führungsmodell, bei dem sich vier Mitverleger die Verantwortung teilen. Bubrowskis Rolle wird die Abkehr der Zeitung von ihren traditionell konservativen Wurzeln weiter festigen.
Mit ihrer Ernennung setzt die FAZ ihre schrittweise Neuausrichtung fort. Der Herausgeberrat spiegelt nun deutlicher eine linksliberale Prägung wider. Als erste weibliche Mitverlegerin steht Bubrowski zudem für einen historischen Wandel in der Führung des Blattes.






