KI und digitale Tools: Warum Autohäuser hinter Kundenerwartungen zurückbleiben
Greta WolfKI und digitale Tools: Warum Autohäuser hinter Kundenerwartungen zurückbleiben
Eine neue Studie zeigt ein wachsendes Interesse an KI und digitalen Tools unter Autokäufern und -händlern. Fast die Hälfte der befragten Kunden würde KI-gestützte Beratungsgespräche in Betracht ziehen, während 80 Prozent eine vollständig digitale Fahrzeugzulassung befürworten. Dennoch bleiben viele Autohäuser trotz der klaren Nachfrage zögerlich, wenn es um die Einführung von Self-Service-Angeboten geht.
Auf einer kürzlichen Branchenveranstaltung diskutierten Experten, wie KI-Chats die Kosten senken und die Effizienz im Händlerbetrieb steigern könnten. Die Ergebnisse deuten auf eine Kluft zwischen den Erwartungen der Kunden und dem aktuellen digitalen Angebot der Händler hin.
Die Umfrage, die im Rahmen einer Veranstaltung des TÜV Nord präsentiert wurde, ergab, dass Kunden zunehmend digitale Kommunikation und Self-Service-Optionen nachfragen. Doch nur etwa ein Drittel der Händler bietet derzeit Self-Service-Portale an, während weitere 22 Prozent planen, diese innerhalb der nächsten zwei Jahre einzuführen. Mehr als die Hälfte der Händler – und fast 60 Prozent der Käufer – stehen einem vollständig digitalen Autokaufprozess jedoch weiterhin skeptisch gegenüber.
Hartmut Abeln, Geschäftsführer der Business Unit Mobility des TÜV Nord, eröffnete die Diskussion mit dem Hinweis auf die Bedeutung der Nutzung von KI-Tools in Autohäusern. Er betonte, dass die Technologie mehr Chancen als Risiken biete, insbesondere bei der Verbesserung der Zugänglichkeit und Kundenzufriedenheit.
Christian Stallkamp, Geschäftsführer von Muuuh!, und Steven Zielke, CEO der mobilApp GmbH, analysierten gemeinsam mit dem Chefredakteur von AUTOHAUS die Ergebnisse. Beide waren sich einig, dass KI-Chats die Kosten deutlich senken könnten – etwa durch die Reduzierung der Ausgaben für Terminbuchungen von vier bis acht Euro auf nur noch ein bis zwei Euro pro Buchung. Für die Akzeptanz bei den Kunden sei entscheidend, dass die Bots Aufgaben vollständig ohne menschliches Eingreifen lösen können.
Die Experten hoben hervor, dass gut konzipierte KI-Systeme Abläufe vereinfachen, die Ausgaben reduzieren und letztlich das Kundenerlebnis verbessern könnten. Dafür müssten die Händler jedoch zunächst ihre Vorbehalte überwinden und in die notwendige Technologie investieren.
Die Studie zeigt einen klaren Trend: Kunden sind bereit für digitale und KI-gestützte Dienstleistungen, doch viele Autohäuser hinken noch hinterher. Angesichts der möglichen Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne wird der Druck zur breiteren Einführung von KI-Tools im Autoverkauf voraussichtlich weiter steigen.
Aktuell bleibt die Herausforderung, die Lücke zwischen den Wünschen der Käufer und dem, was die Händler bereit sind anzubieten, zu schließen.






