Kulturminister Weimer unter Beschuss: Warum Verlage, Buchhändler und KZ-Überlebende protestieren
Greta WolfKulturminister Weimer unter Beschuss: Warum Verlage, Buchhändler und KZ-Überlebende protestieren
Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien der Bundesrepublik, sieht sich wachsender Kritik an mehreren umstrittenen Entscheidungen ausgesetzt. Die Vorwürfe kommen von Kultureinrichtungen, Verlagen und sogar Überlebenden nationalsozialistischer Konzentrationslager. Trotz der Kontroverse haben sowohl Bundeskanzler Olaf Scholz als auch Oppositionsführer Friedrich Merz (CDU) öffentlich ihre Unterstützung für ihn bekundet.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilte Weimers jüngste Maßnahmen scharf. Zu den Hauptkritikpunkten zählen die Ausschließung unabhängiger Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis sowie die abrupt abgesagte Preisverleihung. Zudem verfügte er Sicherheitsüberprüfungen von Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz – ein Schritt, der Befürchtungen über einen unangemessenen Eingriff in die Kulturlandschaft weckte.
Kritik erntete Weimer auch für seinen Versuch, den Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig zu stoppen. Ein weiterer Streitpunkt war sein Vorstoß, Tricia Tuttle, die Direktorin der Berlinale, abzusetzen – eine Entscheidung, die in der Filmbranche auf Empörung stieß.
Die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und der Verein der Zwangsarbeiter von Buchenwald-Dora forderten Weimer auf, als Redner bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung zur Befreiung der Konzentrationslager zurückzutreten. Ihr Appell unterstreicht die tiefgreifende Verunsicherung über seinen Umgang mit kultureller Erinnerung und öffentlicher Debatte.
Im Bundestag räumte Friedrich Merz ein, dass Weimers Amt angesichts der Sensibilität kultureller Themen zwangsläufig für Kontroversen sorge. Dennoch bekräftigte er sein Vertrauen in den Minister. Auch Kanzler Scholz verteidigte Weimer und betonte, er stehe hinter vielen seiner Kulturpolitiken. Weder die Bundesregierung noch Merz gingen jedoch in öffentlichen Stellungnahmen auf die konkreten Vorwürfe zum Buchhandlungspreis oder den Konflikt um die Berlinale-Führung ein.
Trotz der anhaltenden Kritik bleibt Weimer im Amt – gestützt durch zentrale politische Akteure. Die fortlaufenden Proteste deuten jedoch darauf hin, dass seine Politik weiterhin auf Widerstand seitens kultureller Institutionen und Interessensverbände stoßen wird. Seine nächsten Schritte werden sowohl von Befürwortern als auch von Gegnern genau beobachtet werden.






