Mehrwertsteuererhöhung für das Militär spaltet Schweizer Parteien
Schweizer Parteien uneins über geplante Mehrwertsteuererhöhung für Militärfinanzierung
Der Vorschlag des Bundesrats, die Mehrwertsteuer zur Finanzierung der Landesverteidigung zu erhöhen, sorgt für kontroverse Diskussionen. Die meisten Parteien lehnen die Idee kategorisch ab – nur die Mitte und die Grünliberalen (GLP) zeigen sich teilweise offen für die Steuererhöhung.
Die Mitte schlägt eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,8 Prozentpunkte für zehn Jahre vor. Damit ließen sich zusätzliche 31 Milliarden Schweizer Franken für die Verteidigung generieren. Parteichef Philipp Matthias Bregy argumentiert, eine MWST-Erhöhung sei der demokratische Weg, um auf die sich verschlechternde Sicherheitslage der Schweiz zu reagieren.
Die Grünen und die SP lehnen die Steuererhöhung vehement ab. Die Grünen verweisen auf die explodierenden Kosten des F-35-Kampfjet-Programms als zentralen Grund für ihre Ablehnung. Die SP hingegen betont, dass mehr Sicherheit auch ohne zusätzliche Militärausgaben erreicht werden könne.
Auch die SVP und die FDP sprechen sich gegen die MWST-Erhöhung aus. Beide Parteien befürworten zwar ein höheres Verteidigungsetat, bevorzugen aber alternative Finanzierungsmodelle. Die Mitte besteht jedoch darauf, dass eine mögliche Erhöhung sozial ausgewogen bleiben müsse – die ermäßigten und Sondersteuersätze sollen unverändert bleiben.
Nur die Grünliberalen (GLP) haben den Vorschlag nicht vollständig verworfen. Sie fordern zunächst eine detaillierte Prüfung des tatsächlichen Finanzbedarfs des Militärs, bevor über Steueranpassungen entschieden wird.
Die geplante Mehrwertsteuererhöhung bleibt umstritten: Während die Mitte sie vollumfänglich unterstützt, lehnen andere Parteien die Erhöhung ab oder verlangen eine genauere Überprüfung der Militärausgaben. Die Debatte offenbart tiefe Gräben bei der Frage, wie die Verteidigungsbedürfnisse der Schweiz finanziert werden sollen.






