Nouripour kritisiert deutsche Iran-Politik als zu passiv und reaktiv
Omid Nouripour, Außenpolitiker der Grünen, hat die deutsche Iran-Politik scharf kritisiert. Er wirft der Bundesregierung vor, in der Auseinandersetzung mit Teheran zu passiv zu reagieren und sich auf bloße Reaktionen zu beschränken. Besonders die jüngsten Entwicklungen in der strategisch wichtigen Straße von Hormus sorgen für Besorgnis. Nouripour begründet seine Kritik mit der wachsenden Aggression des Iran, die sich unter anderem in wiederholten Angriffen auf zivile Frachtschiffe zeige. Die Lage in der Straße von Hormus habe ein inakzeptables Ausmaß erreicht, so der Politiker. Gleichzeitig warnt er davor, dass die iranische Führung davon ausgehe, in möglichen Verhandlungen die stärkere Position einzunehmen.
Der Grünen-Politiker richtet seine Vorwürfe auch direkt an Außenminister Johann Wadephul, dem er Untätigkeit vorwirft. Statt nur auf iranische Provokationen zu reagieren, fordert Nouripour eine aktivere Haltung der europäischen Länder. Diese sollten mit eigenen diplomatischen Initiativen vorangehen, um Irans wahrgenommenen Verhandlungsvorteil zu begrenzen. Zudem rät er explizit davon ab, den Begriff Waffenruhe zu verwenden, da dieser die aktuelle Eskalation verharmlosen könnte. Die Forderungen Nouripours zielen darauf ab, die europäische Position gegenüber dem Iran zu stärken und eine klarere Linie in der Außenpolitik zu etablieren. Ohne eigenständige Initiativen, so seine Warnung, riskiere man, dass Teheran die Verhandlungen weiter dominiert und die Spannungen in der Region weiter zunehmen.






