NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler gegen politische Kriminalität
Lukas FrankeNRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler gegen politische Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen mit großem OSINT-Ausbau aus
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Fähigkeiten mit einem massiven Ausbau der Open-Source-Intelligenz (OSINT). Ziel der Initiative ist es, Beamte im Sammeln und Auswerten öffentlich zugänglicher Onlinedaten – von sozialen Medien bis hin zu offenen Datenbanken – zu schulen. Ein neues, standardisiertes Schulungsprogramm und erweiterte Teams sollen die Ermittlungsarbeit bei politisch motivierter Kriminalität verbessern.
Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Aktivitäten deutlich ausgebaut. Fabian Coenen, ein 42-jähriger Experte, leitet die Abteilung 22.2, die von einst zwei auf nun 16 Fachkräfte angewachsen ist – darunter IT-Spezialisten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Ihr Fokus liegt auf der Erfassung politisch motivierter Bedrohungen durch digitale Quellen.
Im Rahmen des Projekts „Digitale Streife“ wurden zehn neue Beamte beim LKA eingestellt, sechs davon in Coenens Einheit. Fast 100 weitere Polizisten in sechs regionalen Behörden sind ebenfalls eingebunden. Eine der Neuzugänge ist Laura Ellrich, 28, die 2022 in den Staatsschutz wechselte und im vergangenen Herbst mit OSINT-Arbeit begann.
Schulungen sind zentraler Bestandteil der Offensive.Marc Restemeyer, 37, Ausbilder beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss, leitet das Programm. Sein Team entwickelte ein Online-Tool, um die OSINT-Ausbildung zu standardisieren und sicherzustellen, dass die Beamten effizient und rechtssicher agieren. Restemeyer bildet sowohl neues LKA-Personal als auch Beamte der sechs „Digitalen Streifen“ aus – für schnelle Einsatzbereitschaft bei dynamischen politischen Ereignissen.
Über das LKA hinaus unterstützen nun sechs spezialisierte Staatsschutz-Einheiten mit OSINT-Kompetenzen. Diese Teams helfen in dringenden Fällen, analysieren Onlinedaten und reagieren zeitnah auf akute Bedrohungen. Ziel ist ein Netzwerk qualifizierter Ermittler, das digitale Untersuchungen flächendeckend in der Region bewältigen kann.
Der Ausbau der OSINT-Teams und -Schulungen markiert einen Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit digitalen Gefahren. Mit mehr geschulten Beamten und neuen Werkzeugen will die Behörde ihre Fähigkeiten zur Überwachung und Bekämpfung politisch motivierter Straftaten verbessern. Die Initiative spiegelt die Bestrebungen wider, die Strafverfolgung in einer zunehmend digitalisierten Welt zu modernisieren.






