Pistorius plant radikale Bundeswehr-Reform für mehr Reservisten bis 2035
Lukas FrankePistorius plant radikale Bundeswehr-Reform für mehr Reservisten bis 2035
Bundeswehr will Reserve reformieren – Pistorius stellt neue Strategie vor
Das Bundesverteidigungsministerium plant eine grundlegende Reform der Reservekräfte. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wird die Pläne am Mittwoch vorstellen, mit dem Ziel, die Personalstärke zu erhöhen und die Ausbildungsstandards zu verbessern. Zu den Reformen gehören die Anhebung der Altersgrenze für Reservisten sowie eine bessere Ausstattung der Dienstleistenden.
Das geplante Reservistenstärkungsgesetz, das noch in diesem Sommer verabschiedet werden soll, ist Teil einer umfassenden Modernisierung der Bundeswehrreserve. Laut dem Wehrdienstmodernisierungsgesetz soll der Reservistenpool bis 2035 auf 200.000 Personen ausgebaut werden. Aktuell gibt das Ministerium jedoch zu, dass die genaue Zahl der aktiven Reservisten unbekannt ist.
Eine zentrale Neuerung ist die Anhebung der Höchstaltersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre. Begründet wird dies mit der gestiegenen Lebenserwartung und der besseren körperlichen Fitness älterer Jahrgänge. Ein weiterer Vorschlag sieht vor, das Prinzip der freiwilligen Arbeitgeberbeteiligung abzuschaffen, das bisher oft die Verfügbarkeit von Reservisten für Übungen eingeschränkt hat.
Das Ministerium betont zudem die Notwendigkeit einer besseren Planung. Jährlich müssen die Behörden festlegen, wie viele Reservisten für Manöver benötigt werden, und sicherstellen, dass diese über die nötige Ausstattung verfügen. Trotz dieser Maßnahmen bleibt eine Regel bestehen: Reservisten können nicht gezwungen werden, an Übungen teilzunehmen.
Die Reformen zielen darauf ab, bis 2035 eine größere und leistungsfähigere Reserve aufzubauen. Mit einer höheren Altersgrenze und verbesserten Ressourcen hofft das Ministerium, mehr Personal zu gewinnen und langfristig zu binden. Der Erfolg des Plans hängt jedoch davon ab, die Reservistenzahlen präziser zu erfassen und die jährlichen Ausbildungsprogramme strukturierter zu gestalten.






