19 April 2026, 22:06

Radio-Stunt in Belgien: Warum die Zerstörung religiöser Statuen für Empörung sorgt

Ein Blatt Papier mit fetter Schrift und detaillierten Diagrammen, die die Entstehung und Entwicklung von sens religieux zeigen.

Radio-Stunt in Belgien: Warum die Zerstörung religiöser Statuen für Empörung sorgt

Eine Livesendung des Radiosenders Studio Brussel hat für Aufsehen gesorgt, nachdem Moderatoren Statuen der Jungfrau Maria und von Jesus zerstört hatten. Der Vorfall ereignete sich während einer Aktion zum sogenannten "Blue Monday", die Zuhörern helfen sollte, negative Emotionen abzubauen. Die Kritik verschärfte sich, als das Team später diskutierte, ob es mit Symbolen anderer Religionen ähnlich umgehen würde.

Die Sequenz wurde als Teil einer unterhaltsamen Rubrik ausgestrahlt, in der die Moderatoren die religiösen Figuren vor Publikum zerstörten. Im Nachhinein gaben sie zu, dass sich die Aktion "gut angefühlt" habe. Der irische Journalist Colm Flynn hinterfragte sie auf der Radiodays Europe-Konferenz in Riga, Lettland, zu dem umstrittenen Stunt.

Sam De Bruyn, Executive Producer beim öffentlich-rechtlichen Sender VRT, behauptete, die Handlung werde in Belgien keine Anstoß erregen, da das Land nicht besonders religiös geprägt sei. Er fügte hinzu, im Ausland wäre er vorsichtiger – in Belgien jedoch nicht. Auf die Frage, ob man islamische oder jüdische Symbole ebenso behandeln würde, nannte De Bruyn dies "gefährlich". Seine Kollegin Eva De Roo widersprach und erklärte, sie würde so etwas niemals tun – mit Verweis auf die große muslimische Gemeinschaft in Belgien.

Medienministerin Cieltje Van Achter bezeichnete das Interview als "schmerzhaft" und betonte, alle Religionen müssten Satire aushalten können. Unterdessen räumte VRT-Sprecherin Yasmine Van der Borght ein, die Sendung sei ein Fehlgriff gewesen. Die Moderatoren entschuldigten sich später für die Aktion.

Der Vorfall wirft Fragen zu den Grenzen medienübergreifender Satire und zum Respekt vor religiösen Symbolen auf. Die Entschuldigung von Studio Brussel folgte nach Kritik von politischen Vertretern und der Öffentlichkeit. Nun steht der Sender in der Pflicht, zu erklären, wie solche Inhalte genehmigt und präsentiert werden.

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