Schweiz lehnt Warnsysteme gegen tote Winkel bei Lastwagen ab – trotz 26 Toten
Amelie WeberSchweiz lehnt Warnsysteme gegen tote Winkel bei Lastwagen ab – trotz 26 Toten
Die Schweizer Regierung hat einen Vorschlag abgelehnt, ältere Lastwagen mit Warnsystemen für den toten Winkel nachzurüsten. Diese Entscheidung fällt trotz jahrelanger Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern, von denen viele dadurch verursacht wurden, dass Fahrer sie im toten Winkel übersehen haben. Eine parlamentarische Motion von Bruno Storni zielte darauf ab, die Nachrüstung verbindlich vorzuschreiben, doch der Bundesrat lehnte den Vorschlag als unpraktikabel und zu kostspielig ab.
Zwischen 2011 und 2024 führten Kollisionen durch tote Winkel in der Schweiz zu 26 Todesfällen, 35 schweren Verletzungen und 70 leichteren Verletzungen. Betroffen waren dabei häufig Radfahrer und Fußgänger, die besonders gefährdet sind, wenn Lastwagen abbiegen oder Rangiermanöver durchführen. Trotz vorhandener Assistenztechnologien – wie akustische Warnsysteme –, die den toten Winkel für Fahrer vollständig beseitigen könnten, bleibt das Problem bestehen.
Die Regierung argumentierte, dass die Nachrüstung der rund 60.000 in der Schweiz zugelassenen Lastwagen etwa 300 Millionen Schweizer Franken kosten würde. Pro Fahrzeug wären etwa 5.000 Franken für die Umrüstung nötig. Zudem wiesen Beamte darauf hin, dass viele bestehende Warnsysteme für den toten Winkel unzuverlässig seien, häufig Fehlalarme auslösten oder Radfahrer nicht konsequent erkannten.
Lastwagen in der Schweiz sind in der Regel etwa acht Jahre im Einsatz. Der Bundesrat kam zu dem Schluss, dass die Kosten und technischen Herausforderungen einer Nachrüstung älterer Fahrzeuge die potenziellen Sicherheitsvorteile überwiegen.
Mit der Ablehnung der Motion wird es keine verpflichtende Nachrüstung geben. Die Entscheidung lässt die Risiken durch tote Winkel bei Tausenden bereits im Verkehr befindlichen Lastwagen ungelöst. Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern in solchen Situationen könnten sich weiterhin ereignen, sofern keine alternativen Sicherheitsmaßnahmen eingeführt werden.






