Schweizer Volksabstimmung: Soll die Bevölkerung auf 10 Millionen begrenzt werden?
Greta WolfSchweizer Volksabstimmung: Soll die Bevölkerung auf 10 Millionen begrenzt werden?
Schweiz stimmt am 14. Juni 2023 über umstrittenen Vorschlag zur Begrenzung des Bevölkerungswachstums ab
Die Schweizer Bevölkerung entscheidet am 14. Juni 2023 über eine umstrittene Volksinitiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP), die die ständige Wohnbevölkerung des Landes bis 2050 auf 10 Millionen begrenzen will. Politische Führungskräfte haben bereits Bedenken geäußert, dass das Vorhaben Fachkräfte abschrecken und die internationalen Beziehungen belasten könnte.
Die Initiative würde die Regierung zum Handeln verpflichten, sobald die Einwohnerzahl die Marke von 9,5 Millionen überschreitet – ein Schwellenwert, der voraussichtlich 2031 erreicht wird. Geplante Maßnahmen umfassen verschärfte Asylregeln und Einschränkungen bei der Familienzusammenführung. Bei einer Annahme müssten innerhalb von fünf Jahren auch die Freizügigkeitsrechte eingeschränkt werden.
Widerstand kommt von den großen Parteien: Susanne Vincenz-Stauffacher, Co-Präsidentin der FDP.Die Liberalen, warnte vor Unsicherheiten für EU-Bürger, die ihre Familien in die Schweiz holen wollen. Cédric Wermuth, Co-Parteichef der Sozialdemokraten (SP), nannte den Plan „den extremsten Vorschlag seit Jahren“ und befürchtet, er könnte das Land isolieren.
Kritiker argumentieren, dass die Obergrenze qualifizierte Arbeitskräfte davon abhalten könnte, in die Schweiz zu ziehen. Sowohl die FDP- als auch die SP-Spitze betonen, dass die Initiative die Wirtschaft gefährden und den internationalen Ruf der Schweiz beschädigen könnte.
Das Referendum entscheidet, ob die Schweiz eine Bevölkerungsgrenze von 10 Millionen durchsetzt. Bei einer Annahme müsste die Regierung bis Anfang der 2030er-Jahre neue Restriktionen umsetzen. Das Ergebnis könnte die Migrationspolitik neu prägen und die Beziehungen zur EU beeinflussen.






