02 April 2026, 10:06

Spätaussiedler aus Kasachstan: Rückgang auf historisches Tief in 2025

Alter Umschlag mit einem deutschen Stempel von 1909, frankiert "Österreich - Deutschland - Cover nach Deutschland - 7. August 1909".

Spätaussiedler aus Kasachstan: Rückgang auf historisches Tief in 2025

Die Zahl der Spätaussiedler aus Kasachstan, die in Deutschland ankommen, geht weiter zurück. 2025 wurden im Grenzdurchgangslager Friedland, der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für deutschstämmige Rückkehrer, nur noch 1.079 Menschen aus dem Land registriert. Ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Zehntausenden, die in den früheren Jahrzehnten kamen.

In den frühen 1990er-Jahren erreichten jährlich über 200.000 Deutsch-Kasachen Deutschland. Der Zusammenbruch der Sowjetunion und das kasachische Staatsbürgerschaftsgesetz von 1991 spielten dabei eine entscheidende Rolle. Viele ethnische Deutsche in Kasachstan besaßen vor dem Gesetz keine Staatsangehörigkeit, was sie zur Ausreise bewog. Die neue Regelung gewährte jedoch allen Einwohnern automatisch die Staatsbürgerschaft und entzog damit einem der Hauptgründe für die Abwanderung die Grundlage.

Auch Deutschland verschärfte 1993 und 1999 die Bedingungen für die Aufnahme von Spätaussiedlern. Diese Änderungen, kombiniert mit den Reformen in Kasachstan, ließen die Zahlen stark sinken. Anfang der 2000er-Jahre lagen die jährlichen Registrierungen bereits bei etwa 38.000. Der Rückgang setzte sich fort: 2010 wurden nur noch 508 Spätaussiedler gezählt, 2012 sogar nur 422.

2024 gab es einen leichten Anstieg auf 2.546 registrierte Spätaussiedler aus Kasachstan. Doch der langfristige Trend bleibt rückläufig – heute kommen nur noch wenige Tausend pro Jahr. 2025 verzeichnete Friedland insgesamt 4.238 Neuankömmlinge, darunter 2.562 aus Russland, 381 aus der Ukraine und 80 aus Kirgisistan.

Friedland bleibt das zentrale Tor für Spätaussiedler und bietet Erstaufnahme sowie Integrationshilfen. Die Einrichtung unterstützt die Neuankömmlinge beim Übergang in die deutsche Gesellschaft durch Sprachkurse, Wohnraumvermittlung und behördliche Beratung.

Der starke Rückgang der kasachischen Spätaussiedler ist sowohl auf die rechtlichen Änderungen in Kasachstan als auch auf die strengeren deutschen Aufnahmebestimmungen zurückzuführen. Mit jährlich nur noch wenigen Tausend Ankünften hat die einstige Migrationswelle, die Hunderttausende nach Deutschland brachte, weitgehend an Fahrt verloren. Friedland bleibt jedoch weiterhin die erste Anlaufstelle für diejenigen, die noch kommen, und leistet unverzichtbare Hilfe bei ihrer Integration.

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