St. Gallen diskutiert strengere Hundegesetze nach Pitbull-Angriff in Altstätten
Greta WolfSt. Gallen diskutiert strengere Hundegesetze nach Pitbull-Angriff in Altstätten
Hunderegulierungen in der Schweiz unterscheiden sich stark zwischen den Kantonen – von strengen Verboten bis zu lockeren Vorschriften. Im Kanton St. Gallen wächst der Druck, die Gesetze zu verschärfen, nachdem es kürzlich zu Angriffen kam, darunter ein Vorfall mit einem Pitbull in Altstätten. Nun hat ein politischer Vorstoß für strengere Kontrollen eine Debatte über rassenspezifische Regelungen und die öffentliche Sicherheit ausgelöst.
Der Ruf nach Änderungen in St. Gallen wurde lauter, nachdem die Grünliberale Kantonsrätin Margot Benz einen Vorstoß einreichte, der Bewilligungspflichten und verpflichtende Schulungen für Halter potenziell gefährlicher Hunderassen fordert. Ihr Antrag folgte auf einen Pitbull-Angriff in Altstätten, der die Kritik an der bisher eher laschen Haltung des Kantons neu entfachte. Aktuell kennt St. Gallen weder Rasseverbote noch Sondergenehmigungen – und hebt sich damit deutlich von Nachbarkantonen mit strengeren Bestimmungen ab.
Andere Kantone gehen deutlich härter vor: Aargau schreibt Haltern von Risikohunden eine Haftpflichtversicherung vor. In Thurgau und Zürich gelten Einschränkungen für Rassen wie Staffordshire Terrier, Bullterrier, Dobermänner und Rottweiler, während Zürich zusätzlich den „Swiss Champagner Bully“ und den „Bandog“ verbietet. Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Freiburg und Genf wiederum haben für bestimmte Rassen vollständige Halteverbote erlassen.
Die St. Galler Regierung lehnt Benz’ Vorstoß ab und argumentiert, dass es keine Belege dafür gebe, dass bestimmte Rassen von Natur aus gefährlicher seien. Dennoch halten die jüngsten Vorfälle das Thema in der öffentlichen Diskussion – die Zukunft der Hundegesetze im Kanton bleibt ungewiss.
Die Debatte in St. Gallen spiegelt eine grundsätzliche Uneinigkeit wider, wie mit potenziell gefährlichen Hunden umgegangen werden soll. Während einige Kantone auf Verbote und strenge Auflagen setzen, vertrauen andere auf allgemeine Sicherheitsmaßnahmen. Vorerst hält die Kantonsregierung an ihrer Position fest – doch der öffentliche Druck könnte sie noch zu einer Überprüfung des bestehenden Systems zwingen.






