Tausende demonstrieren in Bellinzona für den Erhalt der RSI vor entscheidender Abstimmung
Amelie KrügerTausende demonstrieren in Bellinzona für den Erhalt der RSI vor entscheidender Abstimmung
Mehrere tausend Menschen gingen am Samstag in Bellinzona auf die Straße, um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der italienischsprachigen Schweiz zu verteidigen. Die Demonstration fand kurz vor einer entscheidenden Abstimmung über Kürzungen der Finanzmittel statt. Die Protestierenden trugen gelbe Ballons und rote Fahnen mit dem Logo des RSI.
Die Kundgebung wurde von kulturellen, sozialen und sportlichen Vereinen organisiert. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf etwa 2.000 Personen, während die Veranstalter von bis zu 6.000 Demonstranten sprachen. Die Teilnehmenden zogen durch die Stadt, um ihre Unterstützung für die Radiotelevisione svizzera (RSI), den italienischsprachigen Zweig der SRG, zum Ausdruck zu bringen.
Eine aktuelle Studie der BAK Economics warnt, dass eine Halbierung des SRG-Budgets die Wirtschaft des Tessins weit stärker treffen würde als andere Regionen. Derzeit liegt der wirtschaftliche Einfluss der SRG im Tessin etwa viermal höher als im schweizerischen Durchschnitt. Ende 2024 beschäftigte die RSI 1.124 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wobei 18 Prozent aller SRG-Arbeitsplätze in der italienischsprachigen Schweiz angesiedelt sind.
Die Protestaktion fand nur wenige Wochen vor der Abstimmung am 8. März über die Initiative „200 Franken reichen“ statt. Sollte die Vorlage angenommen werden, würde dies zu erheblichen Kürzungen der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks führen.
Die Demonstration unterstrich die tiefgreifenden Bedenken gegenüber möglichen Einsparungen beim RSI-Budget. Angesichts der bevorstehenden Abstimmung betonten die Organisatoren die Bedeutung des Senders für den Erhalt der lokalen Kultur und Arbeitsplätze. Wirtschaftliche Analysen deuten darauf hin, dass das Tessin im Falle von Kürzungen überproportional stark betroffen wäre.






