233 Millionen für die Ukraine – doch nur 25 Millionen fließen in Wohnungen
Amelie Weber233 Millionen für die Ukraine – doch nur 25 Millionen fließen in Wohnungen
Ein in sozialen Medien verbreiteter Vorwurf behauptet, Deutschland habe trotz eines heimischen Wohnungsmangels 233 Millionen Euro für ukrainischen sozialen Wohnungsbau zugesagt. Laut Prognosen für 2026 fehlen im Land derzeit 1,4 Millionen Wohnungen. Doch nur ein Bruchteil der Mittel ist tatsächlich für Wohnprojekte in der Ukraine vorgesehen.
Deutschland und die Ukraine unterzeichneten Mitte April ein strategisches Partnerschaftsabkommen. Das 233-Millionen-Euro-Paket umfasst 25 Millionen Euro für sozialen Wohnungsbau in der Ukraine. Der Rest fließt in industrielle Zusammenarbeit, Energieresilienz, die Reintegration von Veteranen, Berufsausbildungsprogramme, Vorbereitungen für den EU-Beitritt und Maßnahmen gegen Korruption.
Im Inland verschärft sich unterdessen die Wohnungsnot. Zwischen 2020 und 2024 verloren über 107.000 Sozialwohnungen ihren preisgebundenen Status. Die Regierung rechnet damit, dass jährlich rund 55.000 weitere hinzukommen könnten. Bundesbauministerin Verena Hubertz hat als Reaktion einen 23,5-Milliarden-Euro-Plan bis 2029 aufgelegt, um den bezahlbaren Wohnraum zu fördern.
Die Wohnungsbaupolitik des Landes hat sich von direkten Investitionen in den sozialen Wohnungsbau hin zu Mietzuschüssen für einkommensschwache Haushalte verlagert. Kritiker monieren, dieser Ansatz bekämpfe nicht die Ursache des Problems, sondern helfe den Menschen lediglich, die steigenden Marktmieten zu stemmen.
Die 25 Millionen Euro für ukrainischen sozialen Wohnungsbau sind Teil eines umfassenderen Hilfspakets. Die eigene Wohnungsnot in Deutschland bleibt indes akut – die Politik setzt nun stärker auf Mietzuschüsse als auf Neubauten. Mit ihrem langfristigen Plan will die Regierung den Rückgang an bezahlbarem Wohnraum umkehren.






