Alma Hasun beweist ihre schauspielerische Tiefe in zwei intensiven Wiener Monologen
Lukas FrankeAlma Hasun beweist ihre schauspielerische Tiefe in zwei intensiven Wiener Monologen
Die Schauspielerin Alma Hasun hat in dieser Spielzeit in Wien zwei anspruchsvolle Monologaufführungen präsentiert. Zu ihren jüngsten Rollen zählen eine Pianistin, die mit Verlust kämpft, und eine Tochter, die plant, die Ehe ihrer Eltern wiederzubeleben. Beide Stücke dauerten über zwei Stunden und zeigten damit ihre Ausdauer und Tiefe als Darstellerin.
An einem kürzlichen Nachmittag betrat Hasun im Wiener Kammerspiele-Theater für Sophia oder Das Ende der Humanisten die Bühne. Der zweieinhalbstündige Monolog begleitete die ausgeklügelte Strategie einer Tochter, die Beziehung ihrer Eltern neu zu entfachen. Das Publikum verfolgte, wie sie in einer einzigen, ununterbrochenen Darstellung emotionale Wendungen durchlitt.
Zuvor hatte Hasun im Otto-Wagner-Areal in Penzing in Ganymed Areal mitgewirkt, einem Teil des ortsspezifischen Stationentheaters. Ihr dreistündiger Soloauftritt zeigte eine Pianistin, die die Fähigkeit zu spielen verliert – eine intensive Auseinandersetzung mit Identität und künstlerischer Verzweiflung. Die ungewöhnliche Location verstärkte die rohe Wirkung der Aufführung.
Neben diesen Monologen hat Hasun vielfältige Rollen übernommen. Sie war in Die Kostverköstigerinnen zu sehen, einem düsteren Drama über Frauen, die gezwungen wurden, Hitlers Mahlzeiten zu probieren, sowie in Anton Tschechows Onkel Wanja am Theater in der Josefstadt. Abseits der Bühne nannte sie Tschechows Kurzgeschichte Der dumme Franzose aus Er und Sie als persönlichen Favoriten. Zudem sprach sie über den tiefen Eindruck, den Margot Friedländers Memoiren Versuch, dein Leben zu machen hinterließen – ein Bericht über Überleben und Widerstandskraft während des Holocaust.
Hasuns jüngste Arbeiten unterstreichen ihre Bandbreite, von historischem Drama bis zu tief persönlichen Monologen. Mit Aufführungen, die von Tschechow-Klassikern bis zu zeitgenössischen Originalstücken reichen, übernimmt sie weiterhin herausfordernde, emotional vielschichtige Rollen. Ihre kommenden Projekte werden in der Wiener Theaterszene mit großer Spannung erwartet.






