14 March 2026, 10:06

Altersvorsorge-Reform: Wie der Staat Sparer mit Zuschüssen und einfachen Produkten lockt

Ein altes deutsches Wertpapier, das von der deutschen Regierung ausgegeben wurde und Text und Zahlen enthält.

Klingbeil offen für Änderungen im neuen Rentenreformgesetz - Altersvorsorge-Reform: Wie der Staat Sparer mit Zuschüssen und einfachen Produkten lockt

Deutschlands private Altersvorsorge steht vor einem großen Umbau. Ein Gesetzentwurf soll Sparpläne flexibler, transparenter und zugänglicher machen. Doch bereits vor einer entscheidenden Anhörung im Parlament gibt es Streit über die Höhe der Kostenobergrenzen.

Die Reform führt ein standardisiertes Altersvorsorgeprodukt ein, das besonders einfach gestaltet ist. Sparer sollen sich künftig in wenigen Minuten online anmelden können – mit der Wahl zwischen verwalteten Fonds, ETFs oder Staatsanleihen. Der Staat lockt zudem mit Zuschüssen: 30 Cent pro gespartem Euro bis zu 1.200 Euro jährlich, plus weitere 20 Cent für die nächsten 600 Euro.

Der aktuelle Entwurf sieht eine Kostenobergrenze von 1,5 Prozent für das Standardprodukt vor. Der Bundesrat hält diesen Wert jedoch für zu hoch, um ausreichend Transparenz und Bezahlbarkeit zu gewährleisten. Finanzminister Lars Klingbeil hat Signal bereit gezeigt, die Grenze anzupassen – mit dem Ziel, Gebühren zu senken und den Wettbewerb im Markt für private Altersvorsorge zu stärken.

Eine Anhörung im Bundestag zum Gesetzentwurf ist für Montag geplant. Das neue Fördersystem ersetzt die bisherigen Riester-Renten-Anreize, die Kritiker seit Langem als zu kompliziert bemängeln.

Falls das Gesetz verabschiedet wird, könnte es die Art und Weise verändern, wie die Deutschen für den Ruhestand vorsorgen. Die staatlichen Zuschüsse und der vereinfachte Prozess könnten private Altersvorsorge attraktiver machen. Doch die endgültige Kostenobergrenze wird entscheiden, ob das Standardprodukt sein Versprechen der Bezahlbarkeit wirklich einlöst.

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