Deutsche Bahn zahlt weniger Entschädigungen – doch Verspätungen bleiben ein Dauerproblem
Amelie WeberSo viel Entschädigung zahlte die Bahn den Fahrgästen im Jahr 2025 - Deutsche Bahn zahlt weniger Entschädigungen – doch Verspätungen bleiben ein Dauerproblem
Deutsche Bahn verzeichnet Rückgang bei Entschädigungszahlungen – trotz anhaltender Verspätungsprobleme
Trotz weiterhin schlechter Pünktlichkeit hat die Deutsche Bahn im Jahr 2025 weniger Entschädigungen für Verspätungen ausgezahlt als im Vorjahr. Das Unternehmen zahlte 156 Millionen Euro aus – ein Rückgang gegenüber den knapp 197 Millionen Euro im Jahr 2024. Als Hauptgrund für den Rückgang nennen Verantwortliche weniger große Störungen wie Streiks.
Doch die Frustration der Fahrgäste bleibt hoch: Millionen reichten Beschwerden wegen verspäteter oder ausgefallener Züge ein.
2025 bearbeitete die Deutsche Bahn rund 6,2 Millionen Entschädigungsanträge – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2019, als die Auszahlungen noch bei 52,6 Millionen Euro lagen. Der Anstieg spiegelt die anhaltenden Verspätungen wider, insbesondere im Fernverkehr. Aktuelle Zahlen zeigen, dass nur 65,3 Prozent der Reisenden innerhalb von 15 Minuten nach Plan ankamen – mehr als ein Drittel hatte also mit erheblichen Verzögerungen zu kämpfen.
Die Daten für Februar fielen noch schlechter aus: Nur 59,4 Prozent der Fernzüge erreichten ihr Ziel pünktlich, über 40 Prozent hatten mindestens sechs Minuten Verspätung. Das verschärft die Unzufriedenheit der Fahrgäste. Nach EU-Vorschriften können Reisende bei Verspätungen von 60 Minuten oder mehr 25 Prozent des Fahrpreises zurückerhalten, bei mehr als zwei Stunden sogar 50 Prozent.
Das Unternehmen hat das Antragsverfahren vereinfacht: 76 Prozent der Anträge werden mittlerweile digital eingereicht, die Hälfte davon wird innerhalb von zwei Tagen bearbeitet – das verkürzt die Wartezeit auf Erstattungen. Zwar sanken die Auszahlungen 2025, doch die hohe Anzahl an Antragen unterstreicht die anhaltenden Probleme mit der Zuverlässigkeit.
Eine detaillierte Aufschlüsselung der Verspätungsursachen fehlt jedoch, sodass Fahrgäste und Analysten ohne klare Antworten bleiben. Zwar wurden die Fahrgastkilometer des Schweizer Betreibers SBB veröffentlicht, doch die eigenen Fernverkehrszahlen der Deutschen Bahn liegen weiterhin nicht vor.
Die Entschädigungskosten der Deutschen Bahn sind zwar gesunken, doch die Pünktlichkeit bleibt ein großes Problem. Mit Millionen von Antragen steht das Unternehmen unter Druck, die Zuverlässigkeit zu verbessern. Die Digitalisierung der Antragsstellung hat die Bearbeitung beschleunigt – die eigentlichen Ursachen für die Verspätungen bleiben jedoch ungelöst.