09 May 2026, 12:05

Autofreies Berlin scheitert an fehlenden Unterschriften – doch die Bewegung bleibt

Eine belebte Stadtstraße in Berlin, Deutschland, mit Fußgängern und Radfahrern auf der Straße, hohen Gebäuden, Bäumen, Straßenlaternen und Schildern unter einem bewölkten Himmel.

Autofreies Berlin scheitert an fehlenden Unterschriften – doch die Bewegung bleibt

Kampagne für autofreies Berlin scheitert an fehlenden Unterschriften

Die Initiative für eine drastische Reduzierung des Autoverkehrs im Berliner Zentrum hat nicht genug Unterstützerstimmen für ein Bürgerbegehren gesammelt. Die Organisatoren der Bewegung Autofreies Berlin brachten es bis zum Stichtag am 8. Mai auf 140.000 Unterschriften – deutlich weniger als die erforderlichen 174.000. Selbst wenn die Abstimmung stattgefunden hätte, blieb ungewiss, ob sich Autofahrer an die geplanten Regeln gehalten hätten.

Das vorgeschlagene Gesetz sollte das Gebiet innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings in eine nahezu autofreie Zone verwandeln. Nur Einsatzfahrzeuge, Taxis, Busse und kleine Elektrofahrzeuge wären noch zugelassen gewesen. Anwohner hätten jährlich 12 Tage frei wählen können, an denen sie ohne Einschränkungen fahren dürfen. Ausnahmen wären für den Güterverkehr, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und wirtschaftlichen Verkehr vorgesehen gewesen.

Berlin verzeichnet bereits die niedrigste Autodichte Deutschlands: Auf 1.000 Einwohner kommen 329 Privatwagen – und die Zahl sinkt weiter. Dennoch bleibt die Unterstützung für die grundsätzlichen Ziele der Initiative groß. Rund 59 Prozent der Berliner befürworten die Umwandlung von Autospuren in Bus- oder Straßenbahntrassen, um den ÖPNV zu beschleunigen. Weitere 67 Prozent wünschen sich strengere Parkregeln, um zu verhindern, dass große Fahrzeuge übermäßig viel Platz beanspruchen.

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Trotz des Rückschlags deuten Aktivisten an, ein neues Bürgerbegehren könnte tiefgreifendere Veränderungen der Verkehrsinfrastruktur vorantreiben. Der Fokus läge dann auf einer radikalen Reform, um Lebensqualität, Verkehrssicherheit und Luftqualität zu verbessern.

Mit dem gescheiterten Antrag bleiben Berlins Autobeschränkungen vorerst unverändert. Doch die öffentliche Unterstützung für eine gerechtere Verteilung des Straßenraums und sauberere Verkehrsalternativen hält an. Die Initiatoren könnten nun nach neuen rechtlichen Wegen suchen, um ihre langfristige Vision für die Stadt umzusetzen.

Quelle