24 March 2026, 16:07

Berlin startet bundesweit erste Strategie gegen queerfeindliche Gewalt und Diskriminierung

Eine große Gruppe von Menschen mit LGBTQ+-Rechten-Schildern und -Fahnen vor einem Gebäude mit einem Kran und einem bewölkten Himmel in Berlin.

Berlin startet bundesweit erste Strategie gegen queerfeindliche Gewalt und Diskriminierung

Berlin geht als erstes deutsches Bundesland mit einer umfassenden Strategie zur Verbesserung der Sicherheit queerer Menschen voran. Der Plan ist eine Reaktion auf den besorgniserregenden Anstieg anti-queerer Straftaten – allein 2023 wurden 588 Vorfälle registriert. Die Behörden hoffen, dass die Maßnahmen ein sicheres und inklusiveres Umfeld für LGBTQ+-Bürger:innen und Besucher:innen schaffen werden.

Die neue Strategie entstand in einem partizipativen Prozess mit über 400 Beteiligten. Sie sieht verschärfte Schutzmaßnahmen in bisher als besonders risikoreich eingestuften Gebieten vor und umfasst verbesserte Sicherheitskonzepte für öffentliche Veranstaltungen.

Polizei- und Sicherheitskräfte erhalten erweiterte Sensibilisierungsschulungen zu queeren Themen. Eine spezielle Einheit wird sich zudem der Bekämpfung von Queerfeindlichkeit im Netz widmen und gezielt Hassrede sowie Belästigung auf digitalen Plattformen angehen.

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Auch bauliche Veränderungen sind Teil des Plans: Neue Schulen werden mit geschlechtsneutralen Toiletten und Duschen ausgestattet. Zudem richteten alle Bezirke Beratungsstellen ein, die bei Diskriminierungserfahrungen Unterstützung und Hilfe anbieten.

Der Vorstoß folgt auf einen drastischen Anstieg queerfeindlicher Gewalt im Jahr 2023, als 127 Übergriffe verzeichnet wurden. Besonders betroffen waren die Bezirke Neukölln, Marzahn-Hellersdorf und Wedding. Bisher konzentrierten sich LGBTQ+-Angebote vor allem auf Schöneberg, Kreuzberg und Prenzlauer Berg.

Die Strategie stellt einen wichtigen Schritt im Kampf gegen anti-queere Gewalt und Diskriminierung in Berlin dar. Mit stärkerem Schutz, besserer Schulung und gezielten Unterstützungsangeboten will die Stadt die Vorfälle reduzieren und die Sicherheit queerer Communities erhöhen. Die Umsetzung wird in den kommenden Jahren eng begleitet.

Quelle