Mercedes kämpft mit schwacher E-Auto-Nachfrage vor Hauptversammlung 2026
Amelie KrügerMercedes kämpft mit schwacher E-Auto-Nachfrage vor Hauptversammlung 2026
Mercedes-Benz bereitet sich auf die Hauptversammlung am 16. April 2026 vor, während das Unternehmen mit Herausforderungen auf dem Elektroauto-Markt kämpft. Schwache Nachfrage in China und eine langsamer als erwartet verlaufende Verbreitung von E-Fahrzeugen setzen den Konzern unter Druck – im Mittelpunkt stehen nun Dividendenstabilität und Sparmaßnahmen.
Der neue GLB mit Mild-Hybrid-System ist bereits in Deutschland erhältlich und soll Anfang 2027 in den USA auf den Markt kommen. Unterdessen locken Händler mit drastischen Rabatten auf Luxus-Elektromodelle, um den Absatz anzukurbeln. Besonders betroffen ist das Segment der hochpreisigen Stromer: In den USA wird für den Mercedes-Maybach EQS mittlerweile ein Nachlass von 25.000 Dollar gewährt, während der Rabatt auf den elektrischen G 580 in den letzten Monaten auf 10.000 Dollar verdoppelt wurde.
Um der schwachen Nachfrage entgegenzuwirken, hat Mercedes sein Sparprogramm beschleunigt. Statt auf Massenmarkt-Elektroautos zu setzen, konzentriert sich der Hersteller nun auf Premiummodelle mit fortschrittlicher Software-Integration. Der neue GLB läuft etwa mit dem hauseigenen Betriebssystem MB.OS und verfügt über die KI-gestützte MBUX-Technologie von Microsoft und Google. Über Over-the-Air-Updates sollen künftige Software-Aktualisierungen möglich sein – eine pragmatische Herangehensweise an die Elektrifizierung.
Vor der Hauptversammlung beobachten Anleger die Entwicklung genau. Die Aktie notiert derzeit rund 16 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und hat seit Januar ähnlich stark an Wert verloren. Analysten sehen im Schnitt ein Kursziel von 62,47 Euro – etwa 9 Prozent über dem aktuellen Stand –, doch viele warten auf klarere Signale einer angepassten E-Strategie, bevor sie investieren. Auf der Tagesordnung steht auch die Dividendenausschüttung, trotz der anhaltenden Belastungen im E-Auto-Geschäft. Mercedes versucht, Shareholder-Renditen mit Kostendisziplin in Einklang zu bringen. Die Markteinführung des GLB und der Fokus auf softwaregetriebene Lösungen spiegeln dabei einen strategischen Wandel wider: weg von der flächendeckenden Elektrifizierung, hin zu einer gezielteren Ausrichtung.






