BGH entscheidet über Transparenz der Schufa-Scoring-Werte und DSGVO-Pflichten
Greta WolfBGH entscheidet über Transparenz der Schufa-Scoring-Werte und DSGVO-Pflichten
Ein Rechtsstreit um die Transparenz von Bonitätsbewertungen hat nun Deutschlands höchstes Gericht erreicht. Fünf Kläger haben gegen die Schufa geklagt, da sie deren Angaben zu den Berechnungsmethoden der Scoring-Werte als zu vage kritisieren. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe muss nun entscheiden, wie detailliert die Auskunftei die Informationen nach den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) offenlegen muss.
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Frage, wie transparent algorithmische Entscheidungen sein müssen. Die Kläger fordern tiefere Einblicke in die Logik hinter ihren Bonitätswerten, während die Schufa betont, dass ihre aktuellen Angaben bereits den gesetzlichen Anforderungen genügen. Zuvor hatte das Oberlandesgericht Dresden den Verbrauchern recht gegeben und festgestellt, dass die Erklärungen der Schufa es ihnen ermöglichen müssen, die entscheidenden Faktoren und Gewichtungen nachzuvollziehen, die ihre Bewertungen beeinflussen.
Im März führte die Schufa ein neues Scoring-Modell ein, das auf einer standardisierten Skala von 100 bis 999 basiert und zwölf definierte Kriterien umfasst. Das System soll verständlicher sein und es Verbrauchern ermöglichen, nachzuvollziehen, welche Faktoren ihre Bonität beeinflussen, und diese selbst zu überprüfen. Die vollständige Umstellung auf das neue Modell ist bis Ende 2028 geplant und soll das alte, komplexere System ersetzen.
Der BGH muss nun klären, ob die bisherigen Angaben der Schufa den Transparenzanforderungen der DSGVO gerecht werden. Sein Urteil könnte richtungsweisend dafür sein, wie datenbasierte Bewertungen künftig erklärt werden müssen.
Die Entscheidung des Gerichts wird die Pflichten bei automatisierten Entscheidungsverfahren nach der DSGVO präzisieren. Sie wird darüber entscheiden, ob die Schufa mehr über die Logik ihrer Bonitätsbewertungen offenlegen muss. Das Ergebnis könnte auch beeinflussen, wie andere Unternehmen algorithmische Prozesse gegenüber Verbrauchern darlegen müssen.






