Bundesregierung ringt um 40-Prozent-Anteil an Rüstungskonzern KNDS – doch Verhandlungen stocken
Lukas FrankeBundesregierung ringt um 40-Prozent-Anteil an Rüstungskonzern KNDS – doch Verhandlungen stocken
Die deutsche Bundesregierung plant, einen 40-Prozent-Anteil am deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS zu übernehmen. Der Schritt erfolgt, während Abgeordnete strengere Kontrollen über die Geschäftsführung und Unternehmensleitung des Konzerns fordern. Bisherige Verhandlungen zwischen Berlin und KNDS blieben jedoch ohne Einigung über die Modalitäten der Beteiligung ergebnislos.
KNDS entstand aus einem Joint Venture zwischen der französischen Rüstungsgruppe Nexter und dem deutschen Hersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Die komplexe Unternehmensstruktur hat bei Politikern Bedenken ausgelöst, die um den Abfluss sensibler Technologien fürchten – etwa bei Projekten wie dem Leopard-Kampfpanzer oder dem gepanzerten Transportfahrzeug Boxer. Zudem soll verhindert werden, dass Arbeitsplätze und Fachwissen aus Deutschland abwandern.
Um die strategische Autonomie zu wahren, schlagen einige Abgeordnete eine „Nur für deutsche Augen“-Regelung vor. Damit würde die Arbeit an von KMW entwickelten Waffensystemen ausschließlich deutschen Mitarbeitern vorbehalten bleiben. Die KNDS-Führung lehnt diese Forderung als undurchführbar ab.
Koalitionsabgeordnete von SPD und CDU/CSU fordern darüber hinaus weitreichende staatliche Vetorechte sowie Mitbestimmungsrechte. Diese sollen sich auf die Ernennung oder Abberufung von Vorständen und Geschäftsführern erstrecken. Hintergrund dieser Forderungen ist die anstehende Beschaffung von rund 3.000 Boxer-Fahrzeugen.
KNDS strebt einen Börsengang bis spätestens Mitte Juli an. Dieser enge Zeitrahmen erhöht den Druck, die staatliche Beteiligung bis dahin unter Dach und Fach zu bringen. Die Unternehmensführung präsentiert die geplante Fusion als Schritt hin zu einer voll integrierten Konzernstruktur.
Doch während die Verhandlungen ins Stocken geraten, bleibt die geplante 40-Prozent-Beteiligung der Bundesregierung ungewiss. Die Abgeordneten bestehen weiterhin auf mehr Kontrolle, um Technologie und Arbeitsplätze zu sichern. Die KNDS-Führung hingegen blockiert zentrale Forderungen – die Zukunft des Deals bleibt damit vorerst offen.






