30 June 2026, 04:03

Bundesregierung verbietet Muslim Interaktiv nach jahrelangen Extremismus-Vorwürfen

Altes AfD-Video über die CDU und 'Muslim Interaktiv' geht erneut viral

Bundesregierung verbietet Muslim Interaktiv nach jahrelangen Extremismus-Vorwürfen

Die deutsche Bundesregierung hat die Organisation Muslim Interaktiv verboten, da sie sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung richtet. Die Entscheidung fiel Anfang November 2025 nach vorangegangenen politischen Debatten und Einschätzungen der Sicherheitsbehörden. Die Gruppe stand bereits seit Langem unter Beobachtung, da ihr mutmaßliche extremistische Verbindungen nachgesagt wurden.

Erste öffentliche Aufmerksamkeit erhielt Muslim Interaktiv im Mai 2024. Die AfD brachte einen Antrag auf ein Verbot der Organisation ein und begründete dies mit deren angeblichen extremistischen Aktivitäten. Ein Video, das sich auf diesen Antrag bezog, wurde später online verbreitet, nachdem es am 13. Juni 2024 von Baumann auf Facebook gepostet worden war.

Noch am selben Tag lehnte der Bundestag den AfD-Antrag ab – mit Unterstützung mehrerer Parteien. Bereits im April 2024 hatte die CDU in Hamburg einen eigenen Vorstoß für ein Verbot der Gruppe unternommen, doch SPD und Grüne blockierten diesen.

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Bis Juni 2024 hatte der Hamburger Verfassungsschutz Muslim Interaktiv als „gesichert extremistisch“ eingestuft. Die Behörde verwies dabei auf Verbindungen zur verbotenen Organisation Hizb ut-Tahrir, die sich für ein Kalifat nach dem Vorbild der Scharia einsetzt. Auch ein umfassenderer CDU-Antrag auf Bundesebene zur Bekämpfung des politischen Islamismus, der Verbote für damit verbundene Gruppen vorsah, wurde im selben Monat abgelehnt.

Der CDU-Abgeordnete Christoph de Vries argumentierte, der AfD-Antrag sei überflüssig. Seine Partei unternehme bereits Schritte gegen den politischen Islamismus. Gleichzeitig kritisierte der BSW-Politiker Ali Al-Dailami den AfD-Vorstoß von 2024 als pauschale Gleichsetzung von Islam und Islamismus, die Muslime ungerechtfertigt diffamiere.

Das endgültige Verbot im November 2025 markierte das Ende eines langwierigen politischen und juristischen Prozesses. Muslim Interaktiv wurde offiziell als Gefahr für die verfassungsmäßige Ordnung Deutschlands eingestuft. Der Beschluss folgte auf wiederholte Warnungen der Sicherheitsbehörden und gescheiterte legislative Versuche, die Aktivitäten der Gruppe einzudämmen.

Quelle