Bundeswehr plant Milliarden-Deal für Rheinmetalls "Raider"-Kamikaze-Drohnen
Lukas FrankeBundeswehr plant Milliarden-Deal für Rheinmetalls "Raider"-Kamikaze-Drohnen
Das deutsche Verteidigungsministerium treibt die Pläne zum Kauf der "Raider"-Kamikaze-Drohnen von Rheinmetall weiter voran. Das Ministerium hat beim Haushaltsausschuss des Bundestags eine erste Freigabe von 25 Millionen Euro beantragt. Sollte der Antrag bewilligt werden, wäre dies der erste Schritt in einem deutlich größeren Rahmenvertrag über 2,387 Milliarden Euro mit dem Rüstungskonzern.
Die "Raider"-Drohnen gelten als "bahnbrechende Neuentwicklung" und sollen die bereits für die Bundeswehr ausgewählten "Loitering Munitions" ergänzen. Bisher hat das Ministerium zwei Lieferanten für solche Waffensysteme ausgewählt: das US-Unternehmen Anduril mit seinem "Roadrunner"-System und den deutschen Hersteller Helsing mit dem Modell "Huntsman". Die Verträge mit Anduril wurden im Dezember 2024, jene mit Helsing im März 2026 unterzeichnet. Rheinmetalls "Raider"-Drohnen würden das Arsenal nun erweitern und mit optischen Sensoren bestehende Systeme sinnvoll ergänzen.
Laut dem vorgeschlagenen Deal würde Rheinmetall nicht nur die Drohnen selbst liefern, sondern auch Bodenstationen, Luftfahrtsysteme, Schulungsmaterialien und Simulatoren bereitstellen. Zudem würde das Unternehmen das initiale Ausbildungsprogramm für die Bedienkräfte durchführen. Der Wert der ersten Bestellung beläuft sich auf knapp unter 300 Millionen Euro.
Allerdings ist der Vertrag an strenge Auflagen geknüpft: Rheinmetall muss bis Ende April 2027 sämtliche Qualifikationsanforderungen erfüllen. Scheitert das Unternehmen daran, behält sich das Ministerium das Recht vor, die Vereinbarung zu kündigen. Details wie Stückpreise und genaue Mengen bleiben den Abgeordneten vorerst vorenthalten.
Weitere Unternehmen – darunter MBDA Deutschland, Diehl Defence und der israelische Rüstungskonzern Rafael – könnten sich künftig noch an Ausschreibungsverfahren beteiligen.
Über die Zukunft der "Raider"-Drohnen entscheidet nun der Antrag auf 25 Millionen Euro. Wird er genehmigt, beginnt Rheinmetall die Auslieferungen im Rahmen eines milliardenschweren Langzeitvertrags. Die Drohnen sollen Teil des wachsenden Bestands an unbemannten Luftfahrtsystemen der Bundeswehr werden.






