Bürger fordern strengere Gebührenobergrenzen für die neue staatliche Altersvorsorge
Lukas FrankeGönstigere Rente gefordert: 100.000 Menschen unterschreiben Petition - Bürger fordern strengere Gebührenobergrenzen für die neue staatliche Altersvorsorge
Eine neue Umfrage zeigt: Geringe Gebühren sind für viele Menschen ein entscheidendes Kriterium bei der geplanten staatlichen Altersvorsorge. Bereits über 100.000 Bürger haben eine Petition unterzeichnet, die strengere Obergrenzen für die Kosten fordert. Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland die Riester-Rente durch ein neues, staatlich gefördertes Vorsorgekonto ersetzen will.
Die Verbraucherorganisation Finanztip hat die Studie durchgeführt und dabei festgestellt, dass 78 Prozent der potenziellen Nutzer niedrige Gebühren als wichtig oder sehr wichtig erachten. Dennoch tun sich viele schwer damit, die Auswirkungen der Gesamtkostenquote auf ihre Ersparnisse über die Jahre hinweg zu verstehen. Eine Beispielrechnung der Organisation verdeutlicht, dass bereits kleine Unterschiede bei den Gebühren die spätere Rentenauszahlung deutlich schmälern können.
Ein beträchtlicher Teil der Befragten sprach sich für strengere Kontrollen der Gebühren aus: 30 Prozent befürworten eine jährliche Obergrenze von 0,5 Prozent, während 28 Prozent maximal 1 Prozent akzeptieren würden. Der aktuelle Gesetzentwurf sieht jedoch Kosten von bis zu 1,5 Prozent vor – ein Wert, den nur 23 Prozent der Umfrageteilnehmer für vertretbar halten.
Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip, kritisierte die geplante Grenze von 1,5 Prozent als überzogen. Er plädierte stattdessen für eine deutlich niedrigere Obergrenze von 0,5 Prozent, wie sie auch die Finanztip Stiftung fordert. Die Organisation hat bereits über 100.000 Unterschriften für ihre Petition gesammelt und drängt die Politik, die Gebührenregelungen vor Einführung des neuen Systems zu verschärfen.
Die Forderung nach niedrigeren Kosten spiegelt die weitverbreitete Sorge über die langfristigen Belastungen der Altersvorsorge wider. Da das neue Vorsorgekonto die Riester-Rente ablösen soll, steht die Regierung nun unter Druck, die Gebührenstruktur anzupassen. Die endgültige Ausgestaltung wird maßgeblich darüber entscheiden, wie viele Sparer sich letztlich am neuen System beteiligen.