Burnham will Asylunterbringung reformieren – und private Verträge beenden
Amelie WeberBurnham will Asylunterbringung reformieren – und private Verträge beenden
Der britische Labour-Politiker Andy Burnham fordert eine grundlegende Reform des Asylunterbringungssystems. Sollte er Premierminister werden, will er die milliardenschweren Verträge mit privaten Unternehmen beenden und die Verantwortung stattdessen an Kommunalbehörden übertragen. Damit würde sich die Verwaltung von Asylunterkünften grundlegend ändern – weg von privatwirtschaftlichen Lösungen hin zu einer dezentralen, öffentlich kontrollierten Struktur.
Burnham kritisiert das aktuelle System als ungerecht und argumentiert, dass hochprofitable Auslagerungen nicht mit einem fairen Umgang mit Asylsuchenden vereinbar seien. Besonders die Abhängigkeit von Firmen wie Serco, Mears und Clearsprings Ready Homes steht dabei im Fokus seiner Kritik. Die umstrittenen Verträge mit den drei Unternehmen wurden 2019 für jeweils zehn Jahre unterzeichnet und umfassen Milliardenbeträge. Sie enthalten zwar Kündigungsklauseln, die es dem Innenministerium ermöglichen, vorzeitig auszusteigen. Doch Innenministerin Shabana Mahmood hat bereits klargestellt, dass sie diese Option vorerst nicht nutzen wird.
Die Labour-Partei plant stattdessen, die Unterbringung von Asylsuchenden in Hotels bis 2029 schrittweise abzuschaffen. Burnhams Alternative sieht vor, die privaten Verträge durch ein System zu ersetzen, in dem Kommunalbehörden die Asylunterbringung dezentral organisieren. Damit würde nicht nur die Kontrolle über die Unterkünfte zurück in die öffentliche Hand gelegt, sondern auch eine gerechtere Verteilung der Verantwortung angestrebt.
Der Politiker begründet seinen Vorstoß mit der Überzeugung, dass das aktuelle Modell zu Ineffizienz und mangelnder Menschlichkeit führt. Statt auf Profitorientierung setze er auf lokale Lösungen, die besser auf die Bedürfnisse von Geflüchteten und Gemeinden eingehen könnten. Burnhams Reformpläne zielen darauf ab, die Asylpolitik des Landes neu auszurichten. Eine Abschaffung der privaten Verträge und die Übertragung der Verantwortung an Kommunalbehörden würden nicht nur die Kostenstruktur verändern, sondern auch die Art und Weise, wie Asylsuchende in Großbritannien untergebracht werden.
Sollte die Reform umgesetzt werden, stünde das Land vor einer der größten Veränderungen im Umgang mit Geflüchteten seit Jahren. Ob die Pläne tatsächlich realisiert werden, hängt jedoch von Burnhams politischer Zukunft und der Bereitschaft der Regierung ab, die bestehenden Verträge zu überdenken.
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