12 March 2026, 14:05

Deutsche fordern mehr Schutz vor hybriden Bedrohungen – doch trauen sie dem Staat zu wenig?

Eine Organigramm der United States Air Force mit dem Verteidigungsminister an der Spitze, das verschiedene Abteilungen zeigt, die durch Pfeile verbunden sind, wobei jede mit Rollen und Verantwortlichkeiten beschriftet ist.

Deutsche fordern mehr Schutz vor hybriden Bedrohungen – doch trauen sie dem Staat zu wenig?

Eine neue Umfrage zeigt wachsende Besorgnis unter Deutschen über hybride Bedrohungen, die digitale Angriffe, Sabotage und Desinformation kombinieren. Die Studie, an der 1.263 Personen ab 16 Jahren teilnahmen, belegt ein hohes Vertrauen der Bevölkerung in öffentlich-rechtliche Sender als verlässliche Informationsquelle zu diesen Risiken. Gleichzeitig zweifeln jedoch viele daran, ob staatliche Institutionen ausreichend auf solche Gefahren vorbereitet sind.

Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten bleiben mit 82 Prozent die vertrauenswürdigste Quelle für Nachrichten über hybride Bedrohungen. Privatfernsehen und -radiosender folgen mit 77 Prozent knapp dahinter. Trotz dieses Vertrauens glaubt nur ein Drittel (32 Prozent), dass die Bevölkerung gut gerüstet ist, um solche Gefahren zu bewältigen.

Die Umfrage unterstreicht die Forderung nach stärkerem staatlichem Handeln: Drei Viertel (75 Prozent) befürworten erweiterte Überwachungsbefugnisse, während 63 Prozent regierungsgeführte Informationskampagnen unterstützen. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) hält die Polizei für ausreichend vorbereitet, doch das Vertrauen sinkt bei der Bundeswehr (47 Prozent) und im Gesundheitswesen (38 Prozent).

Es gibt zudem einen klaren Wunsch nach mehr Transparenz und offensiven Maßnahmen. Eine Mehrheit (61 Prozent) fordert, dass die Bundesregierung Angreifer hinter hybriden Offensiven öffentlich benennt. Fast die Hälfte (47 Prozent) spricht sich sogar für gegnerische Cyberoperationen – sogenannte "Hack-Backs" – durch die Bundeswehr gegen feindliche Hackergruppen aus. Zudem plädieren 57 Prozent für höhere Investitionen in die deutsche Sicherheitsindustrie.

Die Erhebung zeigt außerdem, dass 33 Prozent der Befragten einen schweren Cyberangriff auf ein NATO-Mitglied als gleichbedeutend mit einem militärischen Schlag ansehen. Dies spiegelt die gestiegene Angst vor sich wandelnden Sicherheitsrisiken wider.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Deutschen vom Staat stärkere Abwehrmaßnahmen gegen hybride Bedrohungen erwarten. Zwar bleibt das Vertrauen in die Medien hoch, doch bestehen weiterhin Zweifel an der Handlungsfähigkeit der Institutionen. Die Forderungen nach mehr Transparenz, Investitionen und sogar offensiven Cybermaßnahmen zeigen eine Bevölkerung, die sich entschlossenere Schritte wünscht.

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