20 April 2026, 16:07

Deutschland beschleunigt Sefe-Privatisierung mit Milliarden-Kapitalerhöhung

Eine Balkendiagrammdarstellung von Europa prozentualer Abhängigkeit von russischem Erdgas mit Textangaben zu Investitionsprozenten.

Deutschland beschleunigt Sefe-Privatisierung mit Milliarden-Kapitalerhöhung

Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, der ehemaligen Gazprom-Tochter Gazprom Germania. Die Bundesregierung strebt an, durch eine Kapitalerhöhung zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro einzunehmen. Dieser Schritt wird durch geopolitische Spannungen und steigende Gaspreise beschleunigt.

Die USA haben zudem eine Sanktionen-Ausnahme für die serbische Ölgesellschaft Naftna Industrija Srbije (NIS) verlängert, die mehrheitlich von russischen Unternehmen kontrolliert wird. Unterdessen prüft Moldau die Verstaatlichung seines Gasversorgers Moldovagaz angesichts eines Streits mit Gazprom.

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Die deutsche Regierung muss ihren Anteil an Sefe bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent reduzieren. Nach der ersten Kapitalerhöhung sind weitere Abgaben geplant, möglicherweise über einen Börsengang. Zudem wird eine Fusion mit Uniper, einem weiteren großen deutschen Gasimporteur, in Betracht gezogen.

Sefe wird seine Kerngeschäfte zusammenhalten, statt sie für den Verkauf aufzuspalten. Das Unternehmen verwaltet kritische Energieinfrastrukturen, darunter Gasspeicher, Pipelines und eine in Großbritannien ansässige Handelsabteilung.

In Serbien hatte das US-Finanzministeriums (Office of Foreign Assets Control, OFAC) Gazprom Neft ursprünglich 45 Tage Zeit eingeräumt, um seinen Anteil an NIS zu veräußern. Nun wurde jedoch eine letzte einmonatige Fristverlängerung gewährt, die sofortige Maßnahmen verzögert.

In Moldau wiederum prüft die Regierung Optionen zur Verstaatlichung von Moldovagaz. Dieser Schritt folgt einem anhaltenden Konflikt mit dem russischen Konzern Gazprom über Gaslieferungen und Zahlungen.

Die Privatisierung von Sefe markiert einen wichtigen Schritt bei der Neuausrichtung des deutschen Energiesektors. Die Kapitalerhöhung und eine mögliche Fusion mit Uniper könnten die Gasversorgungssicherheit des Landes stärken. Gleichzeitig zeigen die US-Ausnahmegenehmigung für NIS und die Verstaatlichungspläne Moldaus die größeren Verschiebungen in der europäischen Energielandschaft auf.

Quelle