18 March 2026, 00:56

Deutschland gibt geraubtes Kolonial-Kulturgut zurück – neues Gesetz geplant

Ein Skelett in einer roten Robe hält ein Schwert und eine gelbe Nazi-Flagge mit einem schwarzen Hakenkreuz und hat einen bedrohlichen Gesichtsausdruck auf einem Propagandaplakat.

Kulturminister Weimer bereitet Gesetz für die Rückgabe geraubter Kunst vor - Deutschland gibt geraubtes Kolonial-Kulturgut zurück – neues Gesetz geplant

Deutschland bereitet ein neues Gesetz vor, um geraubtes Kulturgut aus der NS-Zeit sowie aus der Kolonialzeit zurückzugeben. Der Staatsminister für Kultur, Wolfram Weimer, hat Pläne angekündigt, das Verfahren zu beschleunigen, und fordert, dass unrechtmäßig besessene Objekte ohne Verzögerung an ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden. Die Initiative lenkt den Blick auch auf die Rückgabe menschlicher Überreste, die während der deutschen Kolonialherrschaft entwendet wurden.

Das geplante Gesetz soll Artefakte und Gebeine umfassen, die aus Regionen stammen, die einst unter deutscher Kolonialherrschaft standen. Zwischen dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert gehörten dazu Teile des heutigen Namibia, Tansania, Kamerun und Togo in Afrika sowie Gebiete in Ozeanien wie Papua-Neuguinea und Samoa. Betroffen war auch die chinesische Region Kiautschou. Besonders berücksichtigt werden sollen Ansprüche, die mit Verbrechen wie dem Völkermord an den Herero und Nama in Namibia verbunden sind.

Weimer betonte, dass es in Deutschland bisher keine eigenständige Gedenkstätte für die Kolonialverbrechen gebe. Die Regierung plane, diese Lücke zu schließen und gleichzeitig die Aufgaben des bestehenden Schiedsausschusses zu erweitern, um auch privat besessenes Raubgut einzubeziehen. Ziel ist es, das Gesetz bis Anfang 2029 zu verabschieden.

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Die neue Regelung wird die Rückgabe menschlicher Überreste und Kulturgüter, die während der deutschen Kolonialzeit entwendet wurden, rechtlich verankern. Zudem wird sie die Restitutionsbemühungen auf privat gehaltene Objekte ausdehnen, um eine umfassendere Verantwortung zu gewährleisten. Nach Verabschiedung des Gesetzes soll es klare rechtliche Wege für Rückgabeansprüche geben.

AKTUALISIERUNG

Deutschlands neues Gesetz zur Rückgabe von geraubten kolonialen Gütern baut auf bestehende rechtliche Rahmenbedingungen und Leitlinien auf

Das geplante Gesetz folgt früheren Bemühungen zur kulturellen Restitution. Wichtige Präzedenzfälle sind:

  • Das 2016 Kulturgutschutzgesetz, das den Schutz von Kulturgut modernisierte, aber kolonialen und Nazi-Raubgut ausschloss.
  • Die 2025 Gemeinsamen Leitlinien, freiwillige Leitlinien für die Rückgabe kolonialer menschlicher Überreste und Artefakte, die nun gesetzlich verbindlich werden sollen.
  • Ein 2025 NS-Raubkunst-Schiedsgericht für öffentliche Bestände, das das neue Gesetz auf privaten Besitz erweitern wird.