04 April 2026, 06:07

Deutschland plant Abschiebungen nach Syrien per Schiff – eine neue Ära der Rückführungspolitik?

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien und Daten zu Binnenflüchtlingen aufgrund von Gewalt, begleitet von Text und Graphiken.

Deutschland plant Abschiebungen nach Syrien per Schiff – eine neue Ära der Rückführungspolitik?

Deutsche Behörden prüfen derzeit neue Wege, um Rückführungen nach Syrien zu organisieren – vor dem Hintergrund steigender Abschiebungszahlen. Seit Ende 2024 haben bis April 2026 etwa 1.200 Menschen das Land entweder zwangsweise verlassen oder sind freiwillig ausgereist. Nun erwägen Sicherheitsbehörden den Einsatz von Schiffen statt Flugzeugen, um den Prozess effizienter zu gestalten.

Hessens Innenminister Roman Poseck fordert eine konsequente Haltung und betont, dass Syrien in der Migrationspolitik weiterhin Priorität haben müsse – neben Afghanistan. Die Idee, Schiffe für Abschiebungen zu nutzen, begründet sich mit deren deutlich höherer Kapazität im Vergleich zu Flugzeugen. Die Mittelmeerküste Syriens gilt als praktikable Route für solche Transfers. Beamte gehen davon aus, dass diese Methode den Ablauf beschleunigen könnte, sobald die Zahlen weiter steigen.

Poseck macht deutlich, dass freiwillige Ausreisen Vorrang vor Zwangsabschiebungen haben sollten. Seiner Ansicht nach wirkt die Abschiebung selbst als Druckmittel, das mehr Menschen dazu bewegt, das Land aus eigener Initiative zu verlassen. Seine Position spiegelt einen umfassenderen Ansatz wider, der Durchsetzungsmaßnahmen mit Anreizen für Kooperation verbindet.

Der Großteil der rund 1.200 Rückführungen entfällt bisher auf Nordrhein-Westfalen und andere Bundesländer. Der Anstieg folgt auf Berichte über eine verbesserte Sicherheitslage in Teilen Syriens, die eine Rückkehr erleichtert. Poseck besteht darauf, dass die Bundesregierung ihre Haltung nicht aufweichen dürfe – selbst wenn sich die Bedingungen vor Ort ändern.

Der geplante Wechsel zu maritimen Abschiebungen könnte eine Wende in der deutschen Rückführungspraxis nach Syrien einläuten. Mit etwa 1.200 bereits seit 2024 Rückgeführten bleibt der Fokus darauf, den Druck aufrechtzuerhalten, während gleichzeitig freiwillige Optionen angeboten werden. Der Erfolg des Vorhabens wird in den kommenden Monaten von Sicherheitsbewertungen und logistischen Planungen abhängen.

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