Doppelsitz der Regierung kostet Steuerzahler 10,3 Millionen Euro mehr
Amelie WeberMehr als 10 Millionen Euro für die Berlin-Bonn-Teilung - Doppelsitz der Regierung kostet Steuerzahler 10,3 Millionen Euro mehr
Die deutsche Bundesregierung gab im vergangenen Jahr mehr als 10,3 Millionen Euro aus, um Standorte in Berlin und Bonn zu unterhalten. Im Vergleich zu 2023 stiegen die Kosten um 1,2 Millionen Euro – allein die Reisekosten erhöhten sich um 15,3 %. Die anhaltende Doppelsitzregelung geht auf ein jahrzehntealtes Abkommen nach der Wiedervereinigung zurück.
Sechs der 16 Bundesministerien haben noch immer ihren Hauptsitz in Bonn, darunter das Verteidigungsministerium und fünf weitere Behörden. Dies ist im Berlin/Bonn-Gesetz festgelegt. Die Regelung stammt aus dem Jahr 1991, als nach der Entscheidung für Berlin als Hauptstadt Teile der Verwaltung in beiden Städten angesiedelt wurden, um den Übergang zu erleichtern.
Die offiziellen Dienstreisen zwischen den Standorten trieben die Ausgaben 2023 auf über 5,9 Millionen Euro in die Höhe. Höhere Preise und eine gestiegene Zahl an Geschäftsreisen trugen zu diesem deutlichen Anstieg bei. Gleichzeitig arbeitet mittlerweile nur noch ein Viertel der Ministeriumsmitarbeiter in Bonn – ein Rückgang gegenüber den Vorjahren.
Die Kritik an der Doppelsitzlösung wird immer lauter. Dietmar Bartsch, haushaltspolitischer Sprecher der Linken, forderte ein Ende der Zweiteilung und erklärte: "Berlin ist die Hauptstadt!" Seine Äußerungen spiegeln die wachsende Unzufriedenheit über die anhaltend hohen Kosten für die Unterhaltung zweier Regierungssitze wider.
Die finanzielle Belastung durch die Standorte in Berlin und Bonn steigt weiter an. Angesichts gestiegener Reisekosten und schrumpfender Mitarbeiterzahlen in Bonn gewinnt die Forderung nach einer Straffung der Strukturen an Fahrt. Die nächsten Schritte der Regierung werden zeigen, ob die seit Jahrzehnten bestehende Regelung beibehalten wird.






