Ehegattensplitting spart Paaren 25 Milliarden Euro – doch wer profitiert wirklich?
Greta WolfEhegattensplitting spart Paaren 25 Milliarden Euro – doch wer profitiert wirklich?
Deutschlands Ehegattensplitting spart verheirateten Paaren jährlich rund 25 Milliarden Euro Eine neue Studie des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) zeigt, wie diese Steuervorteile auf die Haushalte verteilt sind. Die auf Daten des Mikrozensus 2018 basierenden Erkenntnisse belegen, dass Familien mit Kindern den größten Anteil der Entlastungen erhalten.
Eltern profitieren am stärksten – kinderlose Paare kaum Den Löwenanteil der Steuerersparnis – 67 Prozent – erhalten Eltern mit unterhaltsberechtigten Kindern, also Minderjährige oder junge Erwachsene in Ausbildung. Weitere 33 Prozent fließen an Eltern, deren Kinder bereits im Berufsleben stehen.
Kinderlose Ehepaare kommen dagegen nur auf einen Bruchteil der Entlastung: Sie machen lediglich 9 Prozent der gesamten Ersparnis aus, was etwa 2,2 Milliarden Euro entspricht. Zudem begünstigt das System Doppelverdiener-Haushalte, die 63 Prozent der Vorteile für sich verbuchen. Einverdienere-Familien, in denen oft ein Partner nicht erwerbstätig ist, erhalten hingegen 37 Prozent der Steuerentlastung.
Reform des Ehegattensplittings hätte vor allem Folgen für Einverdienere Die IW-Analyse macht deutlich, dass eine Reform des Splitting-Verfahrens besonders Haushalte mit nur einem Einkommen treffen würde. Gutverdiener profitieren überproportional, während Gering- und Mittelverdiener deutlich weniger sparen. Wie viele Haushalte das Modell derzeit nutzen, bleibt unklar – es gilt für alle verheirateten oder eingetragenen Paare, die gemeinsam veranlagt werden. Verzögerungen bei der Steuerverarbeitung erschweren aktuelle Bewertungen; Teilauswertungen zeigen, dass 1,2 Millionen Haushalte mit einem gemeinsamen Einkommen zwischen 29.508 und 40.000 Euro erfasst sind.
Ungleiche Verteilung der Steuervorteile Die Studie unterstreicht die ungleiche Verteilung der Entlastungen durch das Ehegattensplitting: Familien mit Kindern und Doppelverdiener-Haushalte profitieren am meisten, während kinderlose Paare und Geringverdiener kaum begünstigt werden. Änderungen am System würden die finanzielle Belastung vor allem für Einverdienere-Familien verschieben.






