10 May 2026, 03:04

Elternproteste in Mexiko: Warum das Schuljahr 2025–2026 um einen Monat gekürzt wird

Eine Liniengrafik, die den Bevölkerungsrückgang in Mexiko im Zeitverlauf zeigt, begleitet von erklärendem Text.

Elternproteste in Mexiko: Warum das Schuljahr 2025–2026 um einen Monat gekürzt wird

Eltern in ganz Mexiko haben sich gegen die Entscheidung des Bildungsministeriums (SEP) ausgesprochen, das Schuljahr 2025–2026 zu verkürzen. Durch die Änderung endet der Unterricht bereits am 5. Juni – ein ganzer Monat Unterricht fällt damit weg. Viele Familien befürchten, dass dieser Schritt ein ohnehin schon angeschlagenes Bildungssystem weiter verschlechtern wird.

Die Ankündigung stößt besonders bei berufstätigen Eltern auf scharfe Kritik. Araceli Hernández, die Gorditas verkauft, warnt, dass vor allem Familien ohne finanzielle Mittel für Nachhilfe oder Zusatzkurse unter der Entscheidung leiden werden. Sie fürchtet, dass das verkürzte Schuljahr die Kinder noch weiter zurückwirft.

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Isidias Solórzano, Gemüse- und Obsthändlerin, teilt diese Sorgen und betont, dass nicht nur die Bildung, sondern auch lokale Unternehmen darunter leiden werden. Weniger Schultage bedeuten für viele Eltern eine schwierigere Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung – mit negativen Folgen für die Kaufkraft in der Nachbarschaft.

Andrea Pugua, alleinerziehende Mutter von drei Kindern, nennt die Veränderung „katastrophal“ und kritisiert, dass Eltern nicht konsultiert wurden. Nun steht sie vor der Herausforderung, ihre Arbeit in einer Apotheke neu zu organisieren, während sie sich gleichzeitig um ihr jüngstes Kind kümmern und ihre Teenager zu Hause lassen muss. Stephany Gómez, Hausfrau und Mutter, gibt zu, dass die längere Pause ihren Kindern zwar mehr Zeit mit Geschwistern ermöglicht – doch drei Monate ohne Unterricht hinterlassen eine große Lücke in ihrer Bildung.

Andere Eltern sehen in der Maßnahme einen weiteren Schritt im Niedergang des Bildungssystems. Claudia Téllez, Hausfrau, spricht von einer „völligen Rückentwicklung“ und argumentiert, dass verlängerte Ferien die Krise nur vertiefen werden. Gabriel García, Vater von Grund- und weiterführenden Schülern, macht für die Entscheidung einen Verlust von Werten, Disziplin und bildungspolitischer Vision in Mexiko verantwortlich. Laura, eine weitere Mutter, lehnt die Kürzung komplett ab und verweist darauf, dass das Schuljahr ohnehin schon durch häufige lange Wochenenden und Ausfälle gestört werde.

Das verkürzte Schuljahr tritt 2025–2026 in Kraft und endet den Unterricht am 5. Juni statt wie üblich Mitte Juli. Eltern stehen nun vor logistischen und finanziellen Herausforderungen, während Lehrkräfte und lokale Unternehmen mit den weiteren Folgen rechnen. Das SEP hat auf die wachsende Kritik der Familien bisher nicht reagiert.

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