ESG wird für kanadische CEOs zur Top-Priorität – doch Hindernisse bleiben
Amelie KrügerESG wird für kanadische CEOs zur Top-Priorität – doch Hindernisse bleiben
Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsfragen (ESG) sind für kanadische Führungskräfte zur obersten betrieblichen Priorität geworden. Eine neue Studie von KPMG zeigt, dass 29 % der kanadischen CEOs ESG-Themen mittlerweile als ihren Hauptfokus einstuften – mehr als doppelt so viele wie im globalen Durchschnitt. Dieser Wandel spiegelt den wachsenden Druck durch Vorschriften und Erwartungen der Investoren wider.
Laut der Untersuchung priorisieren 78 % der kanadischen CEOs ESG vor allem aufgrund regulatorischer und Berichtspflichten. Viele sind zudem überzeugt, dass sich diese Bemühungen auszahlen werden: 75 % erwarten innerhalb von drei Jahren finanzielle Renditen aus ihren ESG-Investitionen. Auch das Vertrauen in Nachhaltigkeitsaussagen ist gestiegen: 53 % der CEOs geben an, dass ihre Angaben einer Prüfung standhalten würden – ein Anstieg von nur 29 % im Vorjahr.
Doch bleiben Herausforderungen bestehen. Das größte Hindernis sind unklare regulatorische Vorgaben, die es Unternehmen erschweren, ESG-Richtlinien wirksam umzusetzen. Zwar glauben 55 % der CEOs, alle ESG-Prioritäten gleichzeitig angehen zu können, doch 63 % räumen ein, dass sie Schwierigkeiten haben, diese Prinzipien vollständig in ihr Geschäft zu integrieren, um langfristig Wert zu schaffen.
Die Studie zeigt zudem eine strategische Kluft auf: Obwohl 62 % der Nachhaltigkeitsverantwortlichen (Chief Sustainability Officers, CSOs) angeben, dass ihre Unternehmen einen strukturierten ESG-Ansatz verfolgen, stoßen sie bei der Umsetzung weiterhin auf Hindernisse. Gleichzeitig zielt neues Gesetz wie Bill C-59 darauf ab, Greenwashing einzudämmen, indem die Regeln für irreführende Nachhaltigkeitsversprechen verschärft werden.
Kanadische Unternehmen richten ihren Fokus zunehmend auf ESG – angetrieben durch Regulierung und die Aussicht auf künftige Erträge. Unklare Vorgaben und Umsetzungsprobleme bremsen jedoch weiterhin den Fortschritt. Angesichts strengerer Gesetze gegen Greenwashing müssen Unternehmen nun sicherstellen, dass ihre Nachhaltigkeitsbemühungen sowohl rechtlichen als auch finanziellen Ansprüchen gerecht werden.






