Freiburg erlässt iranischen Studierenden die Studiengebühren wegen politischer Krise
Amelie KrügerFreiburg erlässt iranischen Studierenden die Studiengebühren wegen politischer Krise
Die Universität Freiburg wird im Sommersemester 2026 für etwa 50 iranische Studierende die Studiengebühren erlassen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender finanzieller Notlagen, da viele Studierende keine Unterstützung mehr aus ihrem Heimatland erhalten. Die eskalierenden Spannungen im Iran erschweren es Familien zunehmend, Geld ins Ausland zu überweisen.
Iranische Studierende in Baden-Württemberg zahlen normalerweise 1.500 Euro pro Semester – ein Standardbetrag für internationale Studierende aus Staaten außerhalb der EU. Doch die anhaltende politische Instabilität, Wirtschaftssanktionen und der Krieg seit 2026 haben viele von ihren finanziellen Lebensadern abgeschnitten. Die Abwertung der Währung hat den Wert von Familienüberweisungen drastisch verringert, während die Staatshaushalte unter den Belastungen des Konflikts ächzen.
Die Krise verschärfte sich weiter, nachdem der iranische Angriff im März 2026 die Spritpreise auf 1,74 Euro pro Liter E10 hochschnellen ließ. Logistische Störungen drohen nun einen breiten wirtschaftlichen Zusammenbruch auszulösen und lassen Studierende ohne die erwarteten Geldmittel zurück. Als Reaktion darauf hat Freiburg alle Antragsstellungen betroffener Iraner auf Gebührenbefreiung genehmigt und dabei auf seine Härtefallregelung zurückgegriffen.
Neben dem Gebührenerlass leisten die örtlichen Studierendenwerke (Studierendenschaften) Nothilfe, darunter Härtefallfonds. Wissenschaftsministerin Petra Olschowski hat zudem alle Hochschulen in Baden-Württemberg aufgefordert, vereinfachte und schnellere Unterstützungsmaßnahmen für Betroffene einzuführen.
Die Gebührenbefreiung entlastet die iranischen Studierenden in Freiburg unmittelbar von finanziellen Belastungen. Notfallfonds und beschleunigte Hilfsverfahren sollen sicherstellen, dass ihr Studium nicht unterbrochen wird. Hochschulen in der gesamten Region prüfen nun ähnliche Schritte, um jenen zu helfen, die von der Unterstützung aus ihrem Heimatland abgeschnitten sind.






