Geflüchtete in Hessen: Warum Bargeld für sie immer knapper wird

Admin User
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Ein Tisch mit ID-Kartenhaltern, ein Photo-Rahmen, eine Karte, ein Stift, eine Wasserflasche und ein Stuhl mit einer Tasche darauf.

Warum tauschen Wechselstuben Zahlungskarten für Flüchtlinge aus? - Geflüchtete in Hessen: Warum Bargeld für sie immer knapper wird

Geflüchtete in Hessen kämpfen weiterhin mit eingeschränkten Bargeldleistungen, da die meisten staatlichen Unterstützungen über eine Zahlungskarte ausgezahlt werden. Obwohl das System 2025 flächendeckend in der Region eingeführt wurde, setzte es nur in Hanau vollständig um. Einige Solidaritätsinitiativen helfen zwar, doch ihre Unterstützung bleibt begrenzt und oft unbekannt.

Die Zahlungskarte, die für Asylsuchende mit laufenden Verfahren und Menschen mit einer Duldung ausgegeben wird, funktioniert wie eine Debitkarte. Sie ist zwar in ganz Deutschland einsetzbar, doch viele Geflüchtete kämpfen mit ihren Einschränkungen. Kleine Läden, Flohmärkte oder Secondhand-Geschäfte – Orte, an denen sie häufiger einkaufen – akzeptieren oft keine Kartenzahlungen.

In Gießen erhalten Geflüchtete seit Mai 2025 ihre Leistungen über die Karte und 50 Euro Bargeld pro Monat. Um die Beschränkungen zu umgehen, bietet ein lokales Wechselbüro an, mit der Karte Lebensmittelgutscheine zu kaufen und diese dann gegen Bargeld zu tauschen. Die Teilnehmerzahlen sind jedoch gesunken: von anfangs 70 bis 80 Personen pro Abend auf etwa 50. Ähnliche Dienstleistungen gibt es in Offenbach, wo der Umtausch alle zwei Wochen stattfindet. Doch in anderen hessischen Städten sind bis Dezember 2025 keine aktiven Solidaritätsprojekte öffentlich dokumentiert. Kritiker werfen dem System vor, Geflüchteten gezielt das Leben zu erschweren. Hinrich Garms von Offenbach Solidarisch behauptet, die Karte diene nicht der Unterstützung, sondern der bewussten Härte.

Trotz ungleicher Umsetzung und Widerstand von Unterstützerkreisen bleibt das Kartensystem in weiten Teilen Hessens bestehen. Geflüchtete sind weiterhin auf inoffizielle Lösungen angewiesen, um an Bargeld zu kommen – doch die Beteiligung an solchen Tauschaktionen geht zurück. Ohne größere öffentliche Aufmerksamkeit laufen diese Hilfsangebote, wenn überhaupt, im Verborgenen weiter.