Geheime EU-Gespräche mit Taliban-Vertretern sorgen für politische Kontroversen
Amelie WeberGeheime EU-Gespräche mit Taliban-Vertretern sorgen für politische Kontroversen
EU-Vertreter trafen am Dienstag in Brüssel unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit einer afghanischen Delegation zusammen. Das Treffen wurde unter größter Diskretion abgehalten, um öffentliche Aufmerksamkeit zu vermeiden. Es handelte sich um den jüngsten Kontakt in einer Reihe von Gesprächen zwischen beiden Seiten in den vergangenen Monaten.
Die afghanische Delegation reiste mit fünf Kurzzeitvisa nach Belgien ein, die lediglich einen eintägigen Aufenthalt gestatteten – ein Zeichen für den sensiblen Charakter des Besuchs.
An den Gesprächen nahmen Vertreter von 15 EU-Mitgliedstaaten teil. Die EU bezeichnete das Treffen als technischen Austausch mit Fokus auf die Rückführung und Wiederaufnahme afghanischer Staatsangehöriger ohne legalen Aufenthaltsstatus in Europa.
Brüssel betonte, dass die Gespräche keine diplomatische Anerkennung des Taliban-Regimes darstellten. Dennoch löste das Treffen Kritik aus: Die Grünen-Europaabgeordnete Hannah Neumann warnte davor, politische Signale an die Taliban zu senden. Auch Human Rights Watch und Amnesty International äußerten Bedenken gegenüber dem Dialog mit dem Regime.
Das Treffen deutet auf eine Verschiebung politischer Grenzen angesichts des Migrationsdrucks hin. Die EU hält zwar an ihrer Position fest, dass keine formelle Anerkennung der Taliban beabsichtigt sei. Doch die Entscheidung steht unter scharfer Beobachtung von Politikern und Menschenrechtsorganisationen.






